Oh Sun! im Advent

Die Bandmitglieder – zuhause in der Vorweihnachtszeit: Roland Grimm, Jan Gaža, Jürgen Langer, Thomas Auth (von links oben im Uhrzeigersinn).

Es ist eine seltsame Zeit – nicht nur diese Tage vor Weihnachten, sondern das gesamte Jahr. „20-20: Klingt gut, kann kommen“, hatte ich am Silvesterabend 2019 gedacht. Und dann das!

Auch für unsere Band Oh Sun! war es eine seltsame Zeit. Noch Anfang März, nachdem wir erste Konzerttermine vereinbart hatten, waren wir guter Hoffnung, 2020 so häufig wie nie zuvor auf Live-Bühnen stehen zu können. Die Konzerte fielen dann alle aus.

Schlimmer noch: Nachdem Corona auch Deutschland erreicht hatte, standen wir nicht mal mehr zusammen im Proberaum. Es klingt krass, stimmt aber: In den letzten neun Monaten haben sich die vier Bandmitglieder von Oh Sun! kein einziges Mal gemeinsam in einem Raum aufgehalten. Infektionstechnisch vorbildlich, aber auch traurig.

Gemeinsam Musik zu machen, ist unter diesen Umständen natürlich schwer. Aber nicht unmöglich! Zu zweit haben Drummer Jürgen und ich in den vergangenen Monaten ja trotz allem noch relativ regelmäßig geprobt. Sogar zwei neue Songs sind bei diesen Sessions entstanden („Andere Zeit“ + „Kipppunkt“). Gar keine schlechte Ausbeute für so ein Seuchenjahr!

Bei unseren Duo-Proben ließen wir auch gelegentlich das Aufnahmegerät mitlaufen. Das erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Denn so konnte ich zwei dieser Aufnahmen vor ein paar Wochen unserem Leadgitarristen Thomas mailen. Eigentlich nur so – zur Kenntnis. Insofern war es für mich eine unerwartete, vorweihnachtliche Bescherung, als Thomas diese Aufnahmen einige Zeit später zurückmailte – ergänzt um wunderschöne Leadgitarrenspuren, Basslinien (das Instrument hatte er zwischenzeitlich auch noch gelernt!) und etwas Background-Gesang, direkt aus dem heimischen Wohnzimmer!

An dieser Bescherung wollen wir euch teilhaben lassen! Die Advents-Versionen von „He´s her lover“ und „Can´t get you“ könnt ihr euch weiter unten nun anhören. So gibt es am Ende dieses Jahres also doch noch eine – zumindest digitale – Wiedervereinigung der Band. Nur Bassist Jan konnte aus technischen Gründen leider nicht daran teilnehmen.

Aber es gibt ja mittlerweile Gründe zur Hoffnung, dass die Zeit der Trennung 2021 irgendwann ganz beendet sein wird. „I’ve got a feeling twenty-one is going to be a good year“, sang Roger Daltrey schon 1969 auf dem Who-Album „Tommy“. Nehmen wir das als gutes Omen. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und eine erfolgreiche Impfung. We`ll meet again!

Hier die Aufnahme von „He´s her lover“:

Und hier „Can´t get you“:


An den Aufnahmen waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre + Bass + Background-Gesang
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug

Heavy „Painter`s Point of View“

Heute mache ich es mal ganz kurz und schmerzlos: Weiter unten findet ihr eine etwas „lärmigere“ Version unseres Songs Painter`s point of view. Aufgenommen am letzten Freitag im Proberaum.

Selbstbildnis: Ich im Bett.

An der Live-Aufnahme waren beteiligt:
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug + überraschende Gesangseinlage im letzten Refrain


Painter`s point of view (Text + Musik: Roland Grimm)

Blur full of beauty,
in my empty room
Looks so impressive
when colors start to bloom.
Girls bathe in bright light,
flashing the flesh
It`s all so different,
Chicks playing chess

Life seems so beautiful, totally new
This is my painter`s point of view.

Shimmering shadows
and darkness in town
These silent fireworks,
watched with a frown
All kinds of colors,
swirling around
Impossible beauty
is what I have found

Life seems so beautiful, totally new
This is my painter`s point of view

Ravens on rooftops
Death behind doors
Still life of flowers
Once it was yours
Sleep in the sickbay
Work at the quay
Try to forget yesterday

Blur full of beauty,
in my empty room
Looks so impressive
when colors start to bloom
Girls bathe in bright light,
flashing the flesh
It`s all so different,
Chicks playing chess

Life seems so beautiful, totally new
This is my painter`s point of view

© 2015 Roland Grimm

Wir können auch (noch) anders!

In den letzten Wochen sind unsere Proben – trotz reduzierter Zwei-Mann-Besetzung – irgendwie lauter geworden. Die Gitarre verzerrter, das Schlagzeug härter. Wie ist das nun wieder zu deuten? Handelt es sich um Corona-Frustbewältigung? Oder ist die breitbeinige Schweinerock-Attitüde eine unbewusste Reaktion auf die unbefriedigende Situation, dass unser Lead-Gitarrist Thomas schon seit so langer Zeit nicht mehr dabei sein kann?

Immer wieder freitags: In dieser Werkstatt verrichten wir unser musikalisches Handwerk.

Für mich als Rhythmusgitarrist fühlt es sich jetzt zweifellos anders an. Ohne das veredelnde Sound-Finish unseres feinfühligen Saitenvirtuosen stehe ich viel „nackter“ da. Man hört alles, was ich mir da so zusammenspiele! Wo filigrane Solis eingeplant waren, klafft nun eine songdramaturgische Lücke. Das beruhigende Gefühl, einen versierten Instrumentalisten an seiner Seite zu wissen, fehlt bis auf Weiteres. Wäre es da nicht verständlich, wenn wir die Flucht nach vorne ergreifen – lauter und aggressiver spielen?

Doch überlassen wir derlei Spekulationen den Psychologen. Und überhaupt: Wir können ja auch noch anders. Bei der gestrigen Probe haben wir unseren alten Rock-Kracher „Had a kind of vision“ jedenfalls in einer ziemlich entspannten Version gespielt. Diese Interpretation bietet zudem eine Premiere: Jürgen singt! Wenn auch nur ganz am Ende. Hear it now!

An der Aufnahme waren beteiligt:
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug


Had a kind of vision (Text + Musik: Roland Grimm)

Had a kind of vision
Made a decision
Had a kind of vision
Made a decision

Tried to come alone up to the top
Bought a winner mask from carnival shop
Tried to avoid dirty jobs, just like a snob
Went a bit too far and had to stop

Where will I go from here?
Where will I go from here?

Had a kind of vision
Made a decision
Had a kind of vision
Made a decision

Looked for a place to call my own
Hid myself under a wedding gown
Heard a man say: „Your`re in danger zone“
„Love has its price, you will need a loan“

Where will I go from here?
Where will I go from here?
Where will I go from here?
Where will I go from here?

Got me a guitar and stroked it with my hand
Dreamed of getting famous – in a Rock Band
Racked my brains – wrote words in the sand
Found a stupid slogan for a better land

Had a kind of vision (Made a decision)
Had a kind of vision (Made a decision)
Had a kind of vision (Made a decision)
Had a kind of vision

© 2015 Roland Grimm

Neue Freundin

Gestern wieder geprobt. Erneut als Rumpftruppe: Gitarre + Drums. Manchmal frage ich mich schon, was ich in diesen ereignislosen Corona-Zeiten eigentlich noch schreiben soll über die Band?

Da fällt mir ein, dass ich bisher verschwiegen habe, dass ich schon seit Sommer ´ne Neue habe! Sie ist ein Telecaster-Nachbau von Squier und quietsch-orange. Was soll ich sagen? Wir hatten schon viel Spaß zusammen …

Doch hört selbst: Hier kommen gleich zwei Aufnahmen von gestern Abend – „Wellen der Angst“ und „Andere Zeit“. Natürlich mit der Neuen – und mit einem stellenweise wie enthemmt trommelnden Jürgen!

Wellen der Angst

Andere Zeit

An der Aufnahme waren beteiligt:
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug

Andere Zeit – Andere Aufnahme

Wir haben gestern bei der Probe den neuen Song Andere Zeit noch mal gespielt und dabei wieder den Zoom-Rekorder mitlaufen lassen. Corona-bedingt leider wieder nur zu zweit (E-Gitarre, Drums). Diesmal habe ich beim Mischpult aber das Gesangsmikro ein gutes Stück lauter gestellt. Deshalb veröffentliche ich hier auch diese Aufnahme noch mal.

Ist vielleicht nicht unbedingt wesentlich besser gespielt als beim letzten Mal, aber die Stimme ist jetzt mehr im Vordergrund. Für alle, die den Text trotzdem nicht verstehen (rein akustisch meine ich natürlich): einfach einen Post runterscrollen, dort findet ihr die kompletten Lyrics!

An der Aufnahme waren beteiligt:
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug

Me and my Drummer

Es soll Leute geben, die sich die Frage stellen „Was machen eigentlich Oh Sun!?“ und deshalb von Zeit zu Zeit auf dieser Seite landen. „Nichts“ – könnte ich in größtmöglicher Knappheit antworten und es dabei bewenden lassen. Aber das klänge unangemessen brüsk und würde völlig unterschlagen, dass uns jene Menschen, die Oh Sun! mit Interesse begegnen, natürlich ausgesprochen lieb und teuer sind!

Außerdem stimmt das mit dem „nichts“ gar nicht. Okay, Corona hat auch uns getroffen. An Konzerte ist bis auf Weiteres nicht zu denken. Singen im engen Proberaum ist in Zeiten von Kontakteinschränkungen und Aerosol-Angst verständlicherweise nicht jedermanns Geschmack. Aber trotz alledem: Zumindest Drummer Jürgen und ich haben uns in den letzten Wochen wieder regelmäßiger in den Proberaum gewagt! Ist das etwa nichts?

Ihr lieben Oh-Sun!-Freunde könnt leider bis auf Weiteres nicht live dabei sein. Aber dafür könnt ihr hier endlich mal wieder etwas von uns hören. Lauscht der „Me and my Drummer“-Version von Too high to reach – live aus dem Proberaum am letzten Freitag!

An der Aufnahme waren beteiligt:
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug

Two of us

Krankheit, Geburt, Kur, Urlaub, Unlust: Es gab viele Gründe, warum Oh Sun! in den letzten Monaten nur noch sehr selten gemeinsam geprobt hat. Vom Konzertieren ganz zu schweigen. Letzten Freitag habe ich mit Bassist Jan immerhin mal wieder zu zweit ein wenig gejammt.

Proberaum-Idylle: Jan am Bass – ich am Fotoapparat.

Hier eine ganz nette Version von „Can`t get you“:

An der Aufnahme waren beteiligt:
Jan Gaža: Bass + Background-Gesang
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre


Can`t get you  (Text + Musik: Roland Grimm)

Loved you in hotels
Loved you in sheds
I love your coolness
And I love when you sweat

But I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

I get the blues
And I get what I see
But I`ve got no idea
What you want me to be

And I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

Love you from far off
And I love you from near
What I love is my screenplay
You have never been here

But I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind

© 2016 Roland Grimm

Completely new way

Unser Song „Help find the way“ zeigt echte Comeback-Qualitäten! Nachdem wir das Stück fast schon aussortiert hatten, können wir auf einmal nicht mehr die Finger davon lassen. Zumindest während der letzten drei Proben haben wir uns fast nur noch damit beschäftigt. Ein erstes Zwischenergebnis hatte ich vor drei Wochen ja schon im Blog-Eintrag „Freestyle-Probe“ vorgestellt. Mittlerweile haben wir weiter daran gearbeitet, wie ihr unten an der Proberaum-Aufnahme vom letzten Freitag erkennen könnt.

Komplizierteres Arrangement: Wir haben einen neuen Weg gefunden, „Help find the way“ zu spielen.   Foto: Pixabay

Komplizierteres Arrangement: Wir haben einen neuen Weg gefunden, „Help find the way“ zu spielen.              Foto: Pixabay

Nachdem unser Bassist Jan wieder aus dem Urlaub zurück war, sind wir „Help find the way“ noch mal richtig neu angegangen. Für unsere Verhältnisse ist es geradezu ein komplexes Arrangement geworden. Doch hört selbst. Das (vorläufige) Ergebnis ist natürlich noch nicht perfekt, aber ich glaube, wir sind damit auf dem richtigen Weg.

 


An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Jan Gaža: Bass
Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang
Jürgen Langer: Drums

 

Freestyle-Probe

Wenn man mit einer Band Woche für Woche dieselben Songs spielt, bleibt es nicht aus, dass man sich bei dem einen oder anderen Stück zu langweilen beginnt. So ging es Oh Sun! in letzter Zeit mit den Stücken „Wall of sound“ und „Help find the way“. Wir finden immer noch, dass das starke Songs sind. Trotzdem haben wir sie bei den letzten Konzerten häufiger einfach weggelassen. Weil sie bei den Proben nicht mehr so gezündet haben, weil sie kaum noch Energie in uns freigesetzt haben. Manchmal hilft es dann, wenn man die Sachen einfach mal wieder ganz anders spielt und sich so einen neuen Zugang zu den eigenen Werken erschafft.

Öfter mal was Neues: Motorradfahren muss nicht immer gleich aussehen – Songs müssen sich nicht immer gleich anhören. Foto: Pixabay

Öfter mal was Neues: Motorradfahren muss nicht immer gleich aussehen – Songs müssen sich nicht immer gleich anhören. Foto: Pixabay

So haben wir es bei unserer letzten Bandprobe gemacht. Für „Wall of sound“ hatte ich vorher die Reihenfolge der Gitarrenakkorde etwas verändert, zwei zusätzliche Akkorde hinzugefügt und auch die Gesangsharmonien stärker variiert. Das habe ich dann Thomas und Jürgen kurz vorgespielt, unser Bassist Jan war leider noch im Urlaub. Dann haben wir es einmal zusammen durchgespielt und danach direkt einen Audio-Mitschnitt gemacht, den ihr hier hören könnt. Ich weiß nicht, ob das jetzt die neue, definitive Version ist, aber auf  jeden Fall hat es endlich mal wieder richtig Spaß gemacht, den Song zu spielen.

 

 

Bei „Help find the way“ haben wir gar nichts am Songaufbau und den Akkorden verändert. Aber wir haben das Stück spontan viel rockiger gespielt als sonst, und ich habe den Gesang ganz anders phrasiert. Ich weiß nicht, ob wir das Stück noch mal so spielen werden, aber für den Moment hat uns diese Freestyle-Version geradezu energetisch aufgeladen. Für einen Augenblick dachte ich, dass wir als Band gleich abheben …

 

 


An den Aufnahmen waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang
Jürgen Langer: Drums