Spontaner Energieausbruch bei der letzten Probe: Jürgen und ich haben eine Art Punk-Version von „Wall of sound“ rausgehauen! Ohne vorherige Absprache. Eigentlich habe ich nur die Anfangsakkorde etwas rockiger angeschlagen als sonst, während der Overdrive-Gitarreneffekt etwas stärker aufgedreht war. Und dann passierte es einfach. Eher zufällig lief das Aufnahmegerät mit. Zum Glück! Denn das Ergebnis klingt überraschend frisch und mitreißend, finde ich. Hört einfach mal rein!
An der Aufnahme waren beteiligt: Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang Jürgen Langer: Schlagzeug
„Gedanken in Knäueln“ ist einer dieser Songs, den Jürgen und ich im Verlauf des letzten Jahres kaum noch gespielt haben. In unserer durch Corona erzwungenen Duo-Formation hatte das Stück nie so recht gezündet. Ohne Bass und Solo-E-Gitarre fehlte der richtige Drive. Da es keinen Spaß machte, ließen wir es irgendwann ganz sein.
Doch dann überraschte mich vor ein paar Wochen meine Bekannte Mira Teichmann mit einem ihrer neuen Bilder. Die Duisburger Künstlerin hatte sich durch den Text von „Gedanken in Knäueln“ inspirieren lassen und das Thema „auf Leinwand“ gebannt. „Ausgerechnet dieses Stück? Das spielen wir doch gar nicht mehr“, war mein erster Gedanke. Doch dann war ich plötzlich selbst inspiriert.
Unser Song „Gedanken in Knäueln“ – illustriert von Mira Teichmann.
Ich setzte mich also zu Hause hin und arrangierte das Stück einfach um. Der Text ist weitgehend erhalten geblieben – nur ein bisschen gekürzt. Aber den alten Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Aufbau habe ich über Bord geworfen, und bei Akkorden und Rhythmus blieb kein Stein auf dem anderen. Ein Komplettumbau sozusagen, und im Prinzip ein völlig neuer Song. Wir spielen ihn jetzt wieder bei jeder Probe und haben Spaß dabei. Danke Mira!
Wir freuen uns schon darauf, das Stück in ein paar Monaten vielleicht auch mal wieder in voller Bandbesetzung proben zu können. Bis es so weit ist, bleiben nur unsere Duoaufnahmen. Hier ein Mitschnitt von den „neuen Knäueln“ – aufgenommen bei der gestrigen Probe.
An der Aufnahme waren beteiligt: Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang Jürgen Langer: Schlagzeug
Gedanken in Knäueln(Text + Musik: Roland Grimm)
Es geht immerzu weiter Und führt nirgendwo hin Manchmal wolkig, mal heiter Meistens ohne viel Sinn
Soviel Schweiß und Getöse Soviel Fleiß, soviel Schwung Manche sammeln Erlöse Alle woll`n Erlösung
Inventur der Momente Heut` noch gar nicht gelacht Quetsch `ne Prise Vergnügen Zwischen sechs und halb acht
Das ganze lange Leben Ist wie ein Techno-Song Man bleibt am Rhythmus kleben Und der ist unbeweglich wie Beton
Und es geht immerzu weiter Ein Tempo, das niemals stoppt Du singst vom „Goldenen Reiter“ Ein and´rer dopt sich einfach wie bekloppt
Kommt jetzt endlich `ne Bridge? Oder mal ´n´ Refrain? Klar, ich weiß es ist Kitsch Doch bitte sag` nur einmal: Yes, we can
Manchmal find` ich mich echt In meinem Kopf nicht zurecht Da lodert kein Feuer Und dann seh ich halt schlecht Lauf gegen Wände Hole mir Beulen Gedanken in Knäueln Gedanken in Knäueln
Den Song „Painter`s point of view“ habe ich an einem Sommerabend des Jahres 2015 ganz spontan nach einem Besuch der Ständigen Sammlung des Essener Folkwang-Museums geschrieben. Inspiriert hatte mich insbesondere der Farbenrausch der impressionistischen und expressionistischen Bilder. Der Refrain des Songs geht so: „Life seems so beautiful, totally new. This is my painter`s point of view“. Ich glaube damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Bildern eine hoffnungsvoll-bunte Sichtweise der Welt erschaffen und damit dem grauen Alltag einen farbenfroheren Anstrich verpassen.
Der Duisburger Innenhafen – so wie die Künstlerin Mira Teichmann ihn sieht.
Die Zeilen „All kinds of colors, swirling around. Impossible beauty is what I have found“ stehen für die sehnsuchtsvoll-utopische Stimmung, die ich an diesem besonderen Abend beim Gang durch die Museumshallen empfand. Für die knallige Buntheit der Bilder habe ich im Songtext außerdem die Metapher „these silent fireworks“ erfunden.
An diese „stillen Feuerwerke“ musste ich in letzter Zeit wieder häufiger denken, weil ich eine Duisburger Freundin habe, die sich seit einigen Wochen in einen regelrechten Malrausch hineingesteigert hat. Alle paar Tage schickt sie mir ein Foto mit dem neuesten ihrer meist strahlend-bunten Bilder. Und so kamen wir auf die Idee, in diesem Blog mal beides miteinander zu verbinden: Songs von Oh Sun! und zeitgenössische Kunst. Hört also hier einen aktuellen Proberaummitschnitt von „Painter`s point of view“ und schaut euch dazu ein brandneues Bild von Mira Teichmann an!
An der Aufnahme waren beteiligt: Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang Jürgen Langer: Schlagzeug
Painter`s point of view(Text + Musik: Roland Grimm)
Blur full of beauty, in my empty room Looks so impressive when colors start to bloom.
Girls bathe in bright light, flashing the flesh It`s all so different, Chicks playing chess
Life seems so beautiful, totally new This is my painter`s point of view.
Shimmering shadows and darkness in town These silent fireworks, watched with a frown
All kinds of colors, swirling around Impossible beauty is what I have found
Life seems so beautiful, totally new This is my painter`s point of view
Ravens on rooftops Death behind doors Still life of flowers Once it was yours Sleep in the sickbay Work at the quay Try to forget yesterday
Blur full of beauty, in my empty room Looks so impressive when colors start to bloom
Girls bathe in bright light, flashing the flesh It`s all so different, Chicks playing chess
Life seems so beautiful, totally new This is my painter`s point of view
Schon lange keine neue Version von „Kipppunkt“ mehr veröffentlicht. Hier kommt eine rockig-rotzige Version, die wir schon letzte Woche im Proberaum live mitgeschnitten haben.
Kipppunkt: Dann ist die Erde zwar noch rund, doch meine heile Welt im Schwund. Foto: Pixabay
Ich hatte die Aufnahme zunächst verworfen, weil ich in der ersten „Bridge“ bei einem Akkordwechsel krass daneben gegriffen habe. Heute habe ich noch mal reingehört und bin ins Grübeln gekommen. Okay, es bleibt ein kleiner peinlicher Patzer. Aber hey: Die Aufnahme „knallt“ ansonsten, und Jürgen spielt einen perfekten Schlagzeugpart. Also raus damit!
An der Aufnahme waren beteiligt: Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre Jürgen Langer: Schlagzeug
Bevor wir uns in die musikalische Osterruhe zurückziehen, haue ich hier noch mal auf die Schnelle zwei Proberaum-Mitschnitte raus. Sie stammen aus unseren Akustiksessions der letzten beiden Wochen. Nach Ostern folgt dann wahrscheinlich die Wiederauferstehung der E-Gitarre!
Hier noch ein Nachschlag zu unserem letzte Woche begonnenen Akustik-Gitarren-Intermezzo. Der Song „Kipppunkt“ ist bei dieser Spontan-Improvisation schon etwas schleppender geraten als bei den vorherigen Aufnahmen. Es fehlt der treibende „Motown-Beat“. Dafür kommt der Gitarrenriff – trotz Einsatz der Akustischen statt E-Gitarre – fast noch mehr zur Geltung. Aufgenommen am letzten Freitag. Corona-bedingt leider weiterhin nur mit 50 Prozent der Oh Sun!-Besetzung.
An der Aufnahme waren beteiligt: Roland Grimm: Gesang + Akustik-Gitarre Jürgen Langer: Schlagzeug
Die Pandemie macht sentimental. Man denkt an die „guten alten Zeiten“, und manchmal führt das sogar zu guten Ideen. Letzten Freitag habe ich das erste Mal seit Jahren wieder meine akustische Gitarre und den dazugehörigen Akustikverstärker in den Proberaum geschleppt.
So jung kommen wir nicht mehr zusammen: Thomas, Jürgen, ich und die Akustische im August 2016.
Back to the roots sozusagen. Nur Jürgen am Schlagzeug und ich mit der Akustischen – so fing das mit Oh Sun! mal an. Und wie klingt das im März 2021? Hört die Aufnahme von „Help find the way“, die wir bei der letzten Probe gemacht haben.
Und hier auch noch die erste Annäherung an eine Bandversion des neuen Songs „Guitar Goddess“. Ebenfalls am Freitag spontan mitgeschnitten.
An den Aufnahmen waren beteiligt: Roland Grimm: Gesang + Akustik-Gitarre Jürgen Langer: Schlagzeug
„Hier geht es ja zu wie in einemTaubenschlag“, werdet ihr vielleicht denken. „Schon wieder was Neues auf unserem Lieblingsblog? Das kennen wir in dieser Frequenz ja gar nicht!“ Das stimmt – muss ich einräumen. Im Augenblick herrscht hier rege Betriebsamkeit, und deshalb fliegt euch ein Song nach dem anderen um die Ohren.
Drums per Master-Keyboard: Hier lässt Thomas mal wieder den Korg knallen!
Apropos Taubenschlag: Es ist „An einem Samstag in der Stadt“ – der Song mit den Tauben –, den ich euch heute in einer alternativen Version präsentieren kann. Über die Weihnachtstage war ich alleine im Proberaum und habe das Stück solo mit Gitarre aufgenommen. Nun hat Thomas in seinem Heimstudio drei Instrumente hinzugefügt: Bass, Drums und eine zweite Gitarre.
Wie er das mit den Drums gemacht hat, seht ihr oben im Video. Trotz der drei Zusatzinstrumente ist es übrigens – im Vergleich zur ursprünglichen Rock-Version – eine eher träumerischere Interpretation geblieben. Doch hört selbst:
Und hier zum Vergleich meine ursprüngliche Solo-Version:
An der ersten Aufnahme waren beteiligt: Thomas Auth: E-Gitarre + Bass + Drums Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Hier kommt Thomas` zweiter Streich: Nach der gelungenen Premiere beim Weihnachts-Post hat unser Leadgitarrist in seinem Corona-Homestudio erneut eine unserer rohen Proberaumaufnahmen veredelt.
Multiinstrumentalist Thomas in seinem Homestudio.
Jürgen und ich hatten Mitte Januar eine etwas langsamere, zugleich aber rockigere Version von „History“ nur mit Schlagzeug und Rhythmusgitarre aufgenommen. Magic T hat dann zuhause eine zweite E-Gitarren- sowie eine Bass-Spur hinzugefügt. Wie das klingt, hört ihr hier:
An der Aufnahme waren beteiligt: Thomas Auth: E-Gitarre + Bass Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre Jürgen Langer: Schlagzeug
Gestern habe ich mal wieder einen neuen Song mit in den Proberaum gebracht. Titel: „Guitar Goddess“. Den Songtext findet ihr weiter unten.
„She`s a Guitar Goddess … And she holds a Fender Strat in her hand.“ Foto: Pixabay
Unsere ersten Versuche in Corona-bedingter Duo-Besetzung (Gitarre, Schlagzeug) klangen auch schon recht vielversprechend. Trotzdem hakte es noch hier und da. Kein Wunder: Der Song war ja insbesondere für Jürgen komplett neu.
Trotzdem möchte ich hier schon mal was veröffentlichen. Wer weiß, wann wir das nächste Mal die Gelegenheit dazu haben. Die nächste Lockdown-Verschärfung scheint ja vor der Tür zu stehen. Am Anfang der Probe habe ich Jürgen „Guitar Goddess“ einmal komplett vorgespielt – ganz allein, nur mit Gitarre. Diesen „First Take“ gibt es hier nun zu hören. Natürlich noch unperfekt. Habt Nachsicht, Leute! Ich hatte das vorher auch noch nie laut gesungen. Zu Hause denke ich immer an die Nachbarn und bin daher zu gehemmt …
Guitar Goddess (Text + Musik: Roland Grimm)
She is a young woman With a young fresh sound She stands with two feet On the vibrating ground Of the rehearsal room Nearby the band And she holds a Fender Strat in her hand
She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She hasn`t done so much more in her life So far She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She got a bunch of pedals on the back seat Of her car
She seems to be shy Doesn`t talk so much She speaks through the music That brought her in touch With those who accept her As part of the band When she holds a Fender Strat in her hand
She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She hasn`t done so much more in her life So far She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She got a bunch of pedals on the back seat Of her car
She wasn´t the coolest A Wallflower at school She knew what she wanted Ignored every fool She practiced in secret But in the end Appeared with a divine Strat in her hand
She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She hasn`t done so much more in her life So far She`s a Guitar Goddess She plays the guitar She got a bunch of pedals on the back seat Of her car
She`s a Goddess, yeah! She`s a Goddess, yeah! She`s a Goddess, yeah! She`s a Goddess
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