Help find the way

Help find the way“ ist einer von drei Songs, die ich im Sommer 2011 in kurzer Zeit hintereinander geschrieben habe. Die beiden anderen – „He`s her lover (Not her friend)“ und „My love is going to stay“ – habe ich hier bereits veröffentlicht, nun folgt auch „Help find the way“.

An anderer Stelle in diesem Blog habe ich die genannten drei Stücke mal als meine „Trennungs-Trilogie“ bezeichnet. Es waren außerdem die ersten Songs, die ich in englischer Sprache geschrieben habe. Vorher hatte ich nur auf Deutsch getextet. Dann sagte mir mal eine Freundin, dass meine Stimme besser klinge, wenn ich englisch singe. Das war damals der Auslöser.

„Oh sun! Rise up to bring a new day“: Diese Zeile aus „Help find the way“ war die Inspiration zu unserem Bandnamen. Foto: Pixabay

Oh sun! Rise up to bring a new day“: Diese Zeile aus „Help find the way“ war die Inspiration zu unserem Bandnamen.     Foto: Pixabay

Durch „Help find the way“ sind wir übrigens Anfang 2016 auch auf unseren heutigen Bandnamen gekommen. Wir waren damals auf der Suche nach einem neuen Namen und der Findungsprozess gestaltete sich so frustrierend, wie es im Internet-Zeitalter vermutlich bei den meisten Bands läuft: Man hat massenhaft Ideen, aber dann spuckt Google stets die gleiche niederschmetternde Erkenntnis aus: „Gibt`s schon“.

Eines Tages hielten wir uns dann bei einer Probe ziemlich lange mit „Help find the way“ auf. Wir versuchten einzelne Textpassagen mehrstimmig hinzukriegen und sangen gefühlt an die hundertmal die Zeile: „Oh sun! Rise up to bring a new day“. Und dann sagte irgendwer: „Oh sun! Das wäre auch ein guter Bandname“. Gab`s noch nicht.

Die Aufnahme des Stückes, die es hier zu hören gibt, könnte sogar von besagter Probe stammen. Auf jeden Fall haben wir sie Anfang Januar 2016 mit einem kleinen Aufnahmegerät im Proberaum mitgeschnitten. Sie ist hier und da etwas übersteuert und natürlich nicht perfekt. Aber ich finde, sie ist lebendig und pulsiert schön. Mit ein wenig musikalischer Phantasie kann man erahnen, worum es hier geht.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre + Background-Gesang
Frank Chatoupis: Bass + Background-Gesang
Roland Grimm: Gesang + Akustik-Gitarre
Jürgen Langer: Drums


Help find the way    (Text + Musik: Roland Grimm)

„Big times – cast their shadows before“
I say – being in trouble once more
Sometimes – love becomes hatred and war
I thought – that things must get better for sure

But if I´m lonely and sad
You´re too far ahead
If I´m lonely and sad
Help find the way

One world – but millions of ways people feel
I spoke – but she put a spoke in my wheel
She`s gone – and I prepare lonely my meal
I`ve learnt – that love must be more than a deal

And if I´m lonely and sad
You´re too far ahead
If I´m lonely and sad
Help find the way

Oh sun! – Rise up to bring a new day
I´m free – free just to settle or stray
So much – full of hope on my new way
I`m not – missing you, that`s what I say

But if I´m lonely and sad
You´re too far ahead
If I´m lonely and sad
Help find the way

© 2011 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

Wellen der Angst

Diesen Song habe ich im dunklen Dezember 2007 geschrieben, danach verschwand er sofort in der Schublade. Das Schreiben war mir damals Hilfe gewesen, doch danach wollte ich ihn lange Zeit nicht spielen. Erst Jahre später stieß ich zufällig auf meine erste Probeaufnahme des Songs und mir gefiel vor allem sein etwas abgehackter Rhythmus.

Wellen der Angst  – zieh`n mich hinab.  Foto: Pixabay

Wellen der Angst – zieh`n mich hinab. Foto: Pixabay

Daraufhin habe ich das Stück dann doch irgendwann der Band vorgestellt. Es wurde positiv aufgenommen, Nachfragen blieben aus, wir nahmen es 2016 in unser Programm auf und spielten es beim Konzert im Café Pape erstmals vor Publikum. Heute singe ich eigentlich mit entspanntem Abstand von den „Wellen der Angst“. Es ist fast, als hätte ich den Song gar nicht selbst geschrieben. Ich war wohl ein Anderer damals.

Was ihr hier hören könnt, ist eine ganz aktuelle Version des Stückes, erst gestern Abend im Proberaum mitgeschnitten. Eine Version mit nur einer E-Gitarre und Drums, ohne Bass.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang
Jürgen Langer: Drums

Und hier noch eine Alternativ-Aufnahme, diesmal mit zwei Gitarren und Bass, dafür aber ohne Schlagzeug.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass


Wellen der Angst  (Text + Musik: Roland Grimm)

Wellen der Angst treffen auf mich
Zittert die Erde oder zittere ich?
Nichts ist wie vorher, alles verrückt
Wellen der Angst hab`n mich erdrückt

Wellen der Angst zieh`n mich hinab
Ich schnapp` nach Luft, doch die ist knapp
Keiner versteht jetzt, was mich gerad` treibt
Wellen der Angst – Furcht, dass das bleibt

Wellen der Angst treiben mich fort
Ich seh` ein Ufer, einen anderen Ort
Endlich gestrandet, die Augen fall`n zu
Wellen der Angst, lassen mich in Ruh`

Wellen der Angst – göttliches Zeichen
Was so nicht weiter geht, das muss halt weichen
Da, wo ich Wurzeln schlug, konnt` ich nicht leben
Wellen der Angst – befreiendes Beben

Wellen der Angst treffen auf mich
Zittert die Erde oder zittere ich?

© 2007 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

The Dark Side Of Oh Sun!

Am 5. Juli hat Oh Sun! live im Folk Club Oberhausen gespielt. Es war zwar nur ein Mini-Gig, aber ich wollte ihn euch an dieser Stelle trotzdem nicht vorenthalten. Der Folk Club im Stadtteil Eisenheim veranstaltet jeden ersten Mittwoch im Monat eine „Open-Stage“, bei der Singer-Songwriter und Hobby-Musiker aus der Region Kostproben ihres Könnens präsentieren.

Drei Brillen mit Drums: Oh Sun! im Oberhausener Folk Club.

Drei Brillen mit Drums: Oh Sun! im Oberhausener Folk Club.

Wir waren an diesem Abend die einzige Band mit Schlagzeug und durften vier Songs spielen. Die Setlist bestand aus „My love is going to stay“, „Had a kind of vision“, „History“ und „Painter`s point of view“. Mit schätzungsweise 40 bis 50 Besuchern war der Laden gut besucht. Natürlich waren darunter viele Musiker, die im Laufe des Abends selbst auf der Bühne standen. Aber egal: Die kleine Eisenheimer Folkie-Gemeinde hat uns jedenfalls recht freundlich aufgenommen und artig Beifall geklatscht.

Und wie unser Drummer Jürgen hinterher feststellte, war es ja sogar unser erster Auftritt jenseits der Essener Stadtgrenzen. Dass wir da eine Grenze überschritten hatten, war mir vorab gar nicht bewusst. Aber Jürgen hat natürlich Recht. Die Expansion hat begonnen, das Licht von Oh Sun! wird sich nun immer weiter ausbreiten!

Apropos Licht: Der 5. Juli war ein warmer Sommertag, im Folk Club herrschte eine Bullenhitze, und bei unserem Auftritt um kurz nach acht schien die Sonne noch immer kräftig durch die Fenster. Farblich betrachtet sind meine Erinnerungen an den Abend daher überwiegend gelb – so wie das Oh Sun!-Logo. Als objektives Zeugnis des Auftritts gibt es allerdings nur dieses dunkle Schwarz-Weiß-Foto, das ihr oben seht. The dark side of Oh Sun! – sozusagen.

Und dabei hatte ich mir für das Konzert extra eine coole Superhelden-Augenmaske nach dem Vorbild von „Das Phantom“ zugelegt (auf dem Foto links). Nein, Spaß beiseite: Ich habe zum ersten Mal auf der Bühne meine Lesebrille aufgesetzt, weil ich die Blätter auf dem Notenständer so schlecht erkennen konnte. Sieht irgendwie scheiße aus – zumindest so von unten fotografiert. Ich muss endlich lernen, auswendig zu spielen …

 

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He`s her lover (Not her friend)

2011 versuchte ich erstmals, Songtexte in englischer Sprache zu schreiben. Es war Sommer und eine Frau, die mir viel bedeutete, hatte mich kurz zuvor verlassen. Ohne Sonne im Herzen, aber mit viel Melancholie legte ich los. Das sind ja bekanntlich gute Voraussetzungen für Songpoesie. In kurzer Zeit entstanden drei Stücke: „He`s her lover (Not her friend)“, das in diesem Blog bereits veröffentlichte „My love is going to stay“ und das noch unveröffentlichte „Help find the way“. Meine kleine Trennungs-Trilogie – sozusagen.

Was jetzt nicht bedeutet, dass „He`s her lover“ oder die beiden anderen Songs eins zu eins meine damalige Situation widerspiegeln würden. In einer Autobiographie wären sie jedenfalls fehl am Platz. Meine damalige Gefühlslage war nur die Basis für die Songtexte, sie gab den allgemeinen Ton vor. So ist es ja meist beim Songwriting: Die Texte entwickeln schnell ein Eigenleben, Dichtung und Wahrheit vermischen sich.

Schön war`s trotzdem: He`s her lover – not her friend. Foto: Pixabay

Schön war`s trotzdem: He`s her lover – not her friend. Foto: Pixabay

Von den drei genannten Stücken ist „He`s her lover“ aber vielleicht doch der „ehrlichste“ Song. Ihr könnt ihn hier in zwei Versionen hören: eine etwas zurückhaltendere ohne Schlagzeug und eine rockige mit Schlagzeug. Hier zunächst die ruhigere Version.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass

Und hier noch ein Proberaum-Mitschnitt mit Drums, den wir im August 2015 gemacht haben.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Frank Chatoupis: Bass
Roland Grimm: Gesang + Akustik-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug


He`s her lover (Not her friend)  (Text + Musik: Roland Grimm)

He`s her lover, not her friend
He`s not part of her – rock ´n`roll band
They got a clever arrangement
They live their love – only on weekend
Only on weekend

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

She said: „You don`t understand the way I feel.“
He thinks: „Anyway, I`m only the fifth wheel.“

There is not much that will remain
They left each other – and left the pain
Where bubbles burst is empty space
They live a love that leaves no trace
Leaves no trace

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

She said: „You don`t realize that I feel bad.“
He thinks: „Am I blind or is she mad?“

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

© 2011 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

Can`t get you

„Ich sollte mal wieder einen neuen Song schreiben“, ermahne ich mich mit schöner Regelmäßigkeit selbst. Viel zu häufig bleibt es bei der Absicht. Viel zu selten setze ich mich tatsächlich hin, um zu beginnen. Noch seltener überfällt mich ein Schreibrausch, dem ich spontan erliege. Meist zerbreche ich mir lange den Kopf, bevor ich etwas zu Papier bringe.

Manchmal geht es aber auch ganz schnell. So wie im Februar 2016. Da hatte ich anfangs nur ein paar Akkordfolgen und das Wortspiel „Can`t get you – Out of my mind“ im Kopf. Aber ich wollte nicht lange grübeln, sondern mal ganz schnell einen Song „zusammenschustern“ – einfach um mehr Material für die Band zu haben. Die Devise war: nicht zu lange nachdenken, ein paar Worte aneinanderreihen – und fertig. So entstand Can`t get you.

Schön und unerreichbar: die Film-Diva Jane Russell. Foto: Pixabay

Schön und unerreichbar: die Film-Diva Jane Russell. Foto: Pixabay

Dieser dahingeworfene Song entwickelte im Proberaum schnell ein musikalisches Eigenleben. In den besten Momenten hat er eine Intensität und Emotionalität, die weit über die eher zufälligen Worte des Textes hinausgehen.

Die „besten Momente“ wurden leider nicht aufgenommen. Was ich euch hier anbieten kann, sind zwei Varianten von Can`t get you. Eine Proberaum-Aufnahme ohne Schlagzeug, die klanglich ganz okay ist, und ein klanglich schlechterer Live-Mitschnitt, dafür aber mit Schlagzeug. Hier zunächst die Version ohne Schlagzeug:

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass


Und hier noch die Live-Aufnahme von unserem Konzert im Café Pape im Oktober 2016.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + Akustik-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug


Can`t get you  (Text + Musik: Roland Grimm)

Loved you in hotels
Loved you in sheds
I love your coolness
And I love when you sweat

But I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind

I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

I get the blues
And I get what I see
But I`ve got no idea
What you want me to be

And I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind

I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

Love you from far off
And I love you from near
What I love is my screenplay
You have never been here

But I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
Out of my mind

I can`t, I can`t get you
I can`t, I can`t get you
I can`t, and that is why
I can`t get you
Out of my mind

I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind
I can`t, I can`t get you
Out of my mind

© 2016 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

Wall of sound (Revisited)

„Wall of sound“ war im Oktober 2016 der erste Song, den ich auf diesem Blog veröffentlicht habe. Sogar gleich zweimal, denn neben der ursprünglichen Version mit meiner Band hatte ich kurz darauf auch eine Alternativ-Aufnahme mit anderen Musikern ins Netz gestellt. Doch damit nicht genug: Hier folgt nun die dritte Version.

„We´re hanging all around at a big big wall of sound“: Plattenladen in Brüssel. Foto: Pixabay

„We´re hanging all around at a big big wall of sound“: Plattenladen in Brüssel. Foto: Pixabay

Während der Proben mit Oh Sun! hatte sich nämlich in letzter Zeit eine gewisse Unlust eingestellt, das Stück „Wall of sound“ zu spielen. Ich finde nach wie vor, dass es ein guter Song ist, vor allem ein guter Text. Aber wir hatten den Song vielleicht ein wenig zu häufig gespielt und fanden das Arrangement sowie die immer gleichen vier Akkorde irgendwann etwas langweilig.

Deshalb habe ich jetzt einfach andere Harmonien zu dem Song geschrieben. Das Ergebnis ist gewissermaßen ein neuer Song – mit altem Text. Was ihr hier anhören könnt, ist ein spontaner Mitschnitt aus dem Proberaum. Allerdings war an dem Tag unser Drummer nicht da. Deshalb ist es eine sehr reduzierte Version nur mit Gitarren und Bass geworden.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass


Wall of sound  (Text + Musik: Roland Grimm)

Because music is a healer
We`re hanging all around
No Peggy-Sue or Sheela
Is sweeter than that sound

We`re hanging all around
Hanging all around
At a big big wall of sound
Hanging all around

Because music fills the air
It touches to the sky
Just like a love-affair
It makes us feelin high

We`re hanging all around
Hanging all around
At a big big wall of sound
Hanging all around

Because music is alive
It might get pretty loud
The 1-2-3-4-Drive
That`s what life is about

We`re hanging all around
Hanging all around
At a big big wall of sound
Hanging all around

Because music is a healer
We`re hanging all around
No Peggy-Sue or Sheela
Is sweeter than that sound

© 2012, 2017 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

History

Heute veröffentliche ich an dieser Stelle endlich den Song „History“ – unsere „Feuerzeug-Ballade“, die beim geneigten Publikum immer besonders gut ankommt. Seit ich das Stück 2013 geschrieben habe, lief im Proberaum von Oh Sun! schon häufiger ein Aufnahmegerät mit, aber es gab immer irgendwas, das bei diesen Mitschnitten nicht stimmte. Jetzt habe ich mich für eine reduzierte Version entschieden, die wir vor ein paar Wochen ohne Schlagzeug aufgenommen haben. Das hat den Vorteil, dass Gitarren und vor allem der Gesang präsenter klingen als sonst. Mir war das wichtig, weil ich finde, dass es einer meiner besten Songtexte ist.

Liebe kommt und geht – wie die Flut. Foto: Pixabay

Liebe kommt und geht – wie die Flut. Foto: Pixabay

Ich habe übrigens den Eindruck, dass „History“ von manchen Leuten als bitterer Abgesang auf gescheiterte Liebesbeziehungen missverstanden wird. Das war eigentlich nicht meine Intention beim Schreiben. Okay: Allzu romanische Sichtweisen der Liebe versuche ich ein wenig zu entmystifizieren. Aber ich bezeichne die Liebe auch als das I-Tüpfelchen im Leben („the final touch“) und singe demutsvoll „you cannot live without“. Das ist Lobpreisung der Liebe, kein Abgesang. Die Grundbotschaft des Stücks lautet: Jedes Ende ist zugleich ein neuer Anfang. Mehr Hoffnung geht nicht. Für mich ist „History“ ein romantischer und unterm Strich positiver Song. An einigen Stellen ist er sogar humorvoll.

 

 

An der Live-Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre, Background-Gesang
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass


History   (Text + Musik: Roland Grimm)

Some time it starts, some time it ends
Some will stay friends
And love is always meant to be – history

Love is a mystery, a big surprise
Dreams come true, dreams atomize
Just when you think you`ve found the one and only
Fate turns – and you`ll be the one who´s lonely

All newlyweds get all the best wishes
Later they argue ´bout money and dishes
And if you are looking for a deep relaxation
Don´t try to find it in a couple vacation

Some time it starts, some time it ends
Some will stay friends
And love is always meant to be – history

Love is not a harbour, it´s a merry-go-round
Part-time heaven and battleground
You cannot live without, it´s the final touch
But love´s overrated, don´t expect too much

´Cause all newlyweds get all the best wishes
Later they argue ´bout money and dishes
And if you are looking for a deep relaxation
Don´t try to find it in a couple vacation

Some time it starts, some time it ends
Some will stay friends
And love is always meant to be – history

Love is a mystery, a big surprise
You cannot live without, but it will atomize

Some time it starts, some time it ends
Some will stay friends
And love is always meant to be – history

© 2013 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in Songs

Oh Sun! im Konsumreform

In den Tagen vor unserem Auftritt am 22. April im Essener Café Konsumreform war der gefühlte Druck dann doch gestiegen. Im Rahmen der neuen Konzertreihe „Live-Häppchen“ sollten wir den zweiten Abend bestreiten. Persönliche Beziehungen hatten uns diesen Gig beschert, den wir anfangs eher locker nahmen. „Zu Gast bei Freunden“ sozusagen.

Gruppenbild mit Kiosk: Drummer Jürgen saß ganz rechts und passte leider nicht mehr aufs Foto.

Gruppenbild mit Kiosk: Drummer Jürgen saß ganz rechts und passte leider nicht mehr aufs Foto.

Doch dann besuchten wir am Wochenende davor das Auftakt-Konzert der „Häppchen-Reihe“. Ein in Essen schon etwas bekannterer Künstler trat auf, und das Konsumreform war erstaunlich gut gefüllt. Bei weitem nicht proppenvoll, aber immerhin waren an den Tischen alle Stühle besetzt. Das hatte man an diesem Ort so noch nicht erlebt, und irgendwie schien das nun auch der Erfolgsmaßstab für die kommenden Café-Konzerte zu sein. Zumindest wirkte es auf uns so. Würde die unbekannte Band Oh Sun! auch nur annähernd so viele Leute ziehen? Wir hatten da selbst unsere Zweifel.

Und der Sänger bewegt sich doch: Oder schwankte hier etwa die Fotografin?

Und der Sänger bewegt sich doch: Oder schwankte hier die Fotografin?

Als dann endlich der Abend unseres Auftritts kam, erwiesen sich alle Zweifel als unbegründet. Wie eine Woche zuvor waren die Stühle im Café zu 100 Prozent besetzt, was Band und Veranstalter gleichermaßen freute. Ob die Leute nun gezielt wegen uns gekommen waren oder einfach nur auf gut Glück vorbeigeschaut hatten, weil sich herumgesprochen hatte, dass Samstags im Konsumreform jetzt immer Live-Musik läuft, ist letztlich egal. Auf jeden Fall durften wir vor einem aufmerksamen Publikum spielen, das bei allen 16 Stücken unseres Programms artig Beifall spendete und danach auch noch die beiden möglichen Zugaben lautstark einforderte. Was will man mehr?

 

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Ein Plakat! Ein Plakat!

Die Geschwindigkeit, mit der das Leben an einem vorbeirauscht, steht in einem merkwürdigen Missverhältnis zu der Behäbigkeit, mit der sich im eigenen Leben wirklich mal was bewegt. Es gibt Fortschritte, leider auch Rückschritte, aber gefühlt entwickelt sich eben alles nur im Schneckentempo. Der Beruf. Die Liebe. Die Band. Einfach alles.

Manchmal macht man aber auch den Fehler, dass man sich die Veränderungen im Leben nur nicht richtig vor Augen führt. Man vergisst sie zu würdigen, man nimmt sie gar nicht wirklich wahr. Besonders wenn sich das Neue sehr langsam angeschlichen hat, hält man es womöglich für das bereits Gewohnte, bevor man es zum ersten Mal richtig anguckt.

Oh Sun! spielen am 22. April um 20 Uhr im Café Konsumreform. Foto: Grimm

Oh Sun! spielen am 22. April um 20 Uhr im Café Konsumreform.   Foto: Grimm

Diese Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf, nachdem ich gestern an der Fassade des Essener Café Konsumreform ein Plakat erblickt und fotografiert habe. Es kündigt eine neue Veranstaltungsreihe an: „Live Häppchen – Livemusik & Leckerbissen“. Im Rahmen dieser Konzertreihe spiele ich am 22. April auch mit meiner Band Oh Sun!. Es ist das erste Mal, fällt mir nun auf, dass wir auf einem Plakat beworben werden, das wir nicht selbst gemacht haben. Ich sehe also: Es geht doch voran!

© 2017 Roland Grimm

 

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Veröffentlicht in News

Ich brenne nicht!

Ein bekanntes Musikmagazin suchte kürzlich einen neuen Volontär. „Du brennst für Musik, steckst dein ganzes Geld in Platten, verbringst deine Abende auf Konzerten und deine Wochenenden auf Festivals?“, lautete die forsche Frage zu Beginn der Anzeige. „Ja, und das macht es mir leider unmöglich, tagsüber auch noch als Volontär zu buckeln“, müssten Menschen, auf die das Profil zutrifft, eigentlich ehrlicherweise antworten.

Aber wer ist im Arbeitsleben schon ehrlich? Man braucht ja das Geld. Und die Gegenseite sagt schließlich auch nicht, was sie wirklich meint. Es wäre doch reichlich naiv, wenn die Leute aus den Personalabteilungen tatsächlich glaubten, dass junge Menschen, die für Musik brennen, auch ein brennendes Interesse an Musikjournalismus haben müssten. Darauf lief der Inhalt der Anzeige aber letztlich hinaus.

Flammender Appell: Man muss gar nicht brennen, um zu leben.     Foto: Pixabay

Sicherlich sind die nicht so naiv. Die meinen das bestimmt gar nicht so mit dem Brennen. Die wollen wahrscheinlich nur, dass ausschließlich Leute antworten, die etwas Eigenmotivation mitbringen. Ach, nicht mal: Die sind bestimmt schon froh, wenn der Volontär nicht zu sehr stört und halbwegs funktioniert.

Also: Thema erledigt? Für mich nicht. Ich störe mich einfach an dieser Brenn-Metapher, die man neben ähnlich dämlichen Superlativen regelmäßig in Stellenangeboten liest. „Herr Grimm, Sie dürfen nicht alles so wörtlich nehmen“, höre ich innerlich die Stimme einer Freundin, die mich gerne siezt, weil das die Ironie so schön unterstreicht. Ich weiß, dass sie Recht hat. Aber ich empfinde trotzdem Unbehagen beim Lesen solcher Anzeigentexte. Nicht nur, weil die Formulierungen so abgeschmackt und ausgelutscht sind. Nein, es geht auch darum, dass ich diese ganze Annoncen-„Schreibe“ als ziemlich anmaßend empfinde.

Ein Volontariat im Musik-Journalismus hätte ich vor 20 Jahren wahrscheinlich gerne gemacht. Eine Formulierung wie „Ich brenne auf diese Herausforderung!“ wäre aber auch damals sicher nicht über meine Lippen gekommen. Ich brenne nicht! Ich interessiere mich sehr für Musik. Ich brenne CDs. Aber ich selbst brenne nicht. Brennende Menschen laufen immer so aufgeregt herum. Ich bin eher gemütlich. Vielleicht würde ich Whiskey brennen, wenn es in Deutschland eine Alkoholprohibition gäbe.

Mich nerven die maßlos übertriebenen Motivationserwartungen, mit denen Jobsuchende in Stellenangeboten konfrontiert werden. Ich will partout nicht über das Stöckchen springen, das sie mir hinhalten, wenn sie fragen, ob ich denn auch wirklich für die Sache brenne. Ich will ein klares Geschäft: guter Lohn gegen gute Arbeit. Wenn ich mich abschufte, will ich dabei nicht auch noch „Hurra“ schreien.

Ich will keine komplette Hingabe an ein Unternehmen. Ich bin mehr als meine Arbeit. Mag sein, dass andere Menschen anders fühlen. Ob sich jemand total mit seinem Job identifiziert oder nur so tut als ob, weiß am Ende nur das Individuum. Aber viel zu Viele, die brennen wollten, sind am Ende ausgebrannt.

© 2017 Roland Grimm

 

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