Gedanken in Knäueln

Der Bassist war verhindert“: Das hatte ich vor rund einem Monat beim letzten Blog-Eintrag anlässlich unserer ersten Aufnahme des brandneuen Songs „Genauso leben wir“ geschrieben. Es war nur die halbe Wahrheit, denn tatsächlich hat Oh Sun! im Augenblick (mal wieder) gar keinen Bassisten. Solange das so bleibt, machen wir aus der Not eine Tugend und sprechen nun einfach von einer „Entschlackung des Sounds“.

Schwer zu fassen: Das Leben ist manchmal eine ziemlich verwickelte Angelegenheit. Foto: Pixabay

Schwer zu fassen: Das Leben ist manchmal eine ziemlich verwickelte Angelegenheit. Foto: Pixabay

Bei einer Probe von  „Gedanken in Knäueln“ haben wir die neue Reduktion jetzt auf die Spitze getrieben und den Song nicht nur ohne Bass, sondern auch ohne meine Rhythmusgitarre gespielt. Also nur mit Thomas an der E-Gitarre und Jürgen am Schlagzeug. Oh Sun! naked – sozusagen. Das Aufnahmegerät im Proberaum lief mit, und deshalb könnt ihr euch diese Version nun hier anhören.

Gedanken in Knäueln“ habe ich schon 2008 geschrieben – lange bevor es Oh Sun! gab. In der Urversion war es aber ein langsamer, melancholischer Song im Dreivierteltakt. 2016 habe ich den Text des Refrains etwas umgeschrieben und die Musik komplett verändert. Jetzt ist es ein klassisches Gitarrenriff-Rockstück. Viel Spaß beim Hören!

 

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang
Jürgen Langer: Drums


Gedanken in Knäueln (Text + Musik: Roland Grimm)

Es geht immerzu weiter
Und führt nirgendwo hin
Manchmal wolkig, mal heiter
Meistens ohne viel Sinn

Soviel Schweiß und Getöse
Soviel Fleiß, soviel Schwung
Manche sammeln Erlöse
Alle wollen Erlösung

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Inventur der Momente
Heut` noch gar nicht gelacht
Quetsch `ne Prise Vergnügen
Zwischen sechs und halb acht

Kommt jetzt endlich `ne Bridge?
Oder mal ein Refrain?
Klar, ich weiß es ist Kitsch
Doch bitte sag nur einmal „Yes we can“

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Die Dinge sind schwer zu deuten
Man muss geduldig hinschauen
Doch unter eintausend Leuten
Gibt es nicht viele, die sich das noch trauen

Und es geht immerzu weiter
Ein Tempo, das niemals stoppt
Du singst vom „Goldenen Reiter“
Ein anderer dopt sich einfach wie bekloppt

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

© 2008/2016 Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

Genauso leben wir

Das neue Jahr hat (musikalisch) gut begonnen. Erst wenige Wochen alt, und schon haben wir einen neuen Song im Kasten! In der ersten Januarwoche habe ich „Genauso leben wir“ geschrieben, Ende des Monats hat Oh Sun! dann erstmals damit im Proberaum herumexperimentiert. Dabei ist auch der Audiomitschnitt entstanden, den ihr weiter unten findet. Ein erster Versuch – nicht ganz ohne kleinere Patzer. Und nur mit Gitarren und Schlagzeug, der Bassist war verhindert.

„Ich sehe eine Jagd, ein gehetztes Tier. Und ich spüre tief in mir: Genauso leben wir.“     Foto: Pixabay

Ich sehe eine Jagd, ein gehetztes Tier. Und ich spüre tief in mir: Genauso leben wir.“ Foto: Pixabay

Inhaltlich schließt der Song ein wenig an unser Stück „Geh leben“ an, nicht nur wegen des ähnlichen Titels. Es geht im weitesten Sinn um das Unbehagen gegenüber einigen Facetten der modernen Gesellschaft. Um Lebensentwürfe, die gnadenlos auf äußeren Erfolg getrimmt werden, und ihre Kehrseite: Selbstentfremdung und innere Verarmung. Um das irgendwie unheimliche Gleichgeschaltet-Sein in unserer schönen neuen Leistungs-, Casting- und Smartphone-Welt. Doch hört am besten selbst.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Drums


Genauso leben wir (Text + Musik: Roland Grimm)

Ich seh Menschen bei der Arbeit
Ihre Blicke sind so leer
Jeder scheint ein Niemand
Und niemand Irgendwer

Ich sehe eine Jagd
Ein gehetztes Tier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

Ich seh Menschen auf der Straße
Ihre Blicke sind gesenkt
Alle starren nur auf Smartphones
Public Viewing – stark verengt

Ich sehe tote Masken
Ungehemmte Gier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

Warum regst du dich nicht auf?
Warum bist du bloß so cool?
Merkst du nicht: Coolheit ist ein Korsett
Warum regst du dich nicht auf?
Warum bist du bloß so cool?
Merkst du nicht: Coolheit ist ein Korsett

Ich seh Menschen in der Glotze
Casting-Shows und Kuppelei
Alle wollen immer gefallen
Wer nicht gefallen muss ist frei

Ich sehe eine Jagd
Ein gehetztes Tier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

© 2018 Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

Geh leben

Das Stück „Geh leben“ habe ich im Mai 2017 geschrieben. Das gilt zumindest für die Musik und einen Teil des Textes. Einige Textpassagen sind allerdings viel älter, sie sind mir schon 2006 eingefallen. Damals hatte ich einen Song mit dem Titel „Nur leben“ geschrieben und zu Hause ganz allein mit Akustikgitarre aufgenommen. Das war mein allererster Songwriting-Versuch überhaupt.

„Wirf die Schaufel weg, geh leben. Du gräbst hier seit Jahren, nicht erst seit eben.“  Foto: Pixabay

„Wirf die Schaufel weg, geh leben. Du gräbst hier seit Jahren, nicht erst seit eben.“   Foto: Pixabay

Mit dem alten Stück von 2006 war ich aber nach einiger Zeit nicht mehr zufrieden. Für meinen heutigen Geschmack enthielt er eine Spur zu viel Seelen-Striptease, war etwas zu melodramatisch und bewegte sich zu sehr im Jammer-Modus.

Andererseits enthielt er einige gute Reime und schöne Metaphern, die mir bis heute gefallen. Diese Parts habe ich dann einfach letztes Jahr für „Geh leben“ übernommen und sie durch einige neue Textpassagen ergänzt – zum Beispiel die „Schaufel“-Zeilen. Zu hören gibt es hier eine Live-Aufnahme von „Geh leben“, die bei unserem Konzert in Gladbeck am 28. September 2017 entstanden ist.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Geh leben  (Text + Musik: Roland Grimm)

Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

Du bist selten richtig down
Doch auch nicht gerad` euphorisch
Meistens geht`s dir so La La
Arbeit, Kino und Bla Bla
Dir fehlen die Extreme
Trocken Brot und Schokocreme
Dir geht`s eigentlich viel zu gut
Doch du spürst nichts – außer Wut

Und deshalb:
Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

Deine Arbeit frisst dich auf
Und hinterlässt nur Hunger
Denn jeder neue Job
Wird irgendwann zum Flop
Du erwartest keine Wende
Und suchst auch nicht das Ende
Bleibst einfach immer steh`n
Und fragst dich: Wohin geh`n?

Und deshalb:
Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

© 2017 Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

Trinklied

Das „Trinklied“ ist zurzeit der neueste Song im Programm von Oh Sun!, eigentlich aber schon etwas älter. Den Text habe ich größtenteils 2010 geschrieben, aber ich hatte das Gefühl, dass noch eine Strophe fehlt. Die Melodie hatte ich damals auch schon im Kopf, doch es blieb eine Unsicherheit, ob ich sie nicht unbewusst von woanders übernommen habe, vielleicht von einem alten Volkslied. Genau weiß ich das bis heute nicht.

Melodisch hört sich das Trinklied jedenfalls ganz anders an als unsere sonstigen Songs. Es ist nicht amerikanisch beeinflusst, kommt nicht von Folk, Rock oder Blues, klingt irgendwie älter, europäischer. Das ist auch der Grund, weshalb ich das Stück so lange liegengelassen und nicht der Band vorgestellt habe. Ich dachte, es passt nicht so in unser Konzept.

„Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein – Kommt Freunde, lasst mich nicht allein“. Foto: Pixabay

„Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein – Kommt Freunde, lasst mich nicht allein“. Foto: Pixabay

Dieses Jahr habe ich es dann doch gewagt. Und siehe da: Den Bandkollegen gefiel der Song und jetzt spielen wir ihn regelmäßig. Ich habe auch noch eine weitere Strophe hinzugedichtet, die steht jetzt an erster Stelle, gleich nach dem einleitenden Refrain, und wird später noch mal wiederholt.

Inhaltlich geht es im Trinklied um ein freieres und auch rauschhafteres Leben, um den Mut, Zwänge und den festgefahrenen Alltag zu überwinden, um die Erkenntnis, dass am Anfang von Veränderung ein bewusster Entschluss steht, aber auch um die Ahnung, dass es Augenblicke im Leben gibt, in denen eine Nacht alles ändern und zu einem wirklich neuen Morgen führen kann. Vorausgesetzt, man ist bereit dazu. Ein hoffnungsfrohes Lied mit „Revoluzzer“-Touch sozusagen. Und ganz sicher keine Anleitung dafür, Probleme im Suff zu betäuben!

Mittlerweile haben wir das Trinklied auch zweimal live gespielt, und das Publikum reagierte beide Male sehr positiv. Der Track, den ihr hier hören könnt, ist ein einfacher Mitschnitt per Aufnahmegerät von unserem Konzert am 1. Dezember im Kreativquartier Eisenheim.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre + Background-Gesang
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Trinklied  (Text + Musik: Roland Grimm)

Kommt Freunde, lasst mich nicht allein
Wir können doch heut` nicht nüchtern sein
Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein
Kommt Freunde, lasst mich nicht allein

Klar ich weiß: Morgen wartet euer Job
Doch nehmt den Drink hier und trinkt ihn – ex und hopp
Lasst die Angst vor morgen heute einfach ruh`n
Alles was zählt ist das, was wir gerad` tun

Lasst uns feiern bis zum Morgengrauen
Frei leben nur die, die sich auch trau`n
Es ist gut zu wissen, dass nichts für ewig hält
Keine Macht, kein Zwang auf dieser Welt

Kommt Freunde, lasst mich nicht allein
Wir können doch heut` nicht nüchtern sein
Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein
Kommt Freunde, lasst mich nicht allein

Scheitern als Chance, hat Schlingensief gesagt
„Welche Chance?“, hast du darauf gefragt
Ich kann nicht verhehlen, dass Vieles dunkel bleibt
Trotzdem ist da Hoffnung, die mich treibt

Meine Träume schimmern noch sehr schwach
Wie das Funkeln der Augen, wenn ich lach`
Lasst uns Mut antrinken in dieser hellen Nacht
In mir ist ein Feuer gerad` erwacht

Kommt Freunde, lasst mich nicht allein
Wir können doch heut` nicht nüchtern sein
Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein
Kommt Freunde, lasst mich nicht allein

Klar ich weiß: Morgen wartet euer Job
Doch nehmt den Drink hier und trinkt ihn – ex und hopp
Lasst die Angst vor morgen heute einfach ruh`n
Alles was zählt ist das, was wir gerad` tun

Kommt Freunde, lasst mich nicht allein
Wir können doch heut` nicht nüchtern sein
Es gibt gute Gründe für noch mehr Bier und Wein
Kommt Freunde, lasst mich nicht allein

© 2010/2017 Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

High Five!

Ende 2016 hatten wir – zwei Monate nach unserem ersten „richtigen“ Auftritt im Café PAPE – mit Blick auf das neue Jahr gespaßt: 2017 würden wir als Oh Sun! unsere Konzertaktivitäten um mindestens 100 % steigern! Das Ziel wäre mit zwei Auftritten zu schaffen gewesen. Heute können wir stolz verkünden, dass wir 2017 sogar fünf Gigs hatten. Unser Auftritt am 1. Dezember beim Benefiz-Festival im Oberhausener Kreativquartier Eisenheim war die Nr. 5. Aller Voraussicht nach war es auch das letzte Konzert von Oh Sun! in diesem Jahr.

Live in Oberhausen am 1. Dezember: Oh Sun! sind (v.l.n.r.) Thomas Auth, Micha Grothues (mit Bierflasche, nicht mit Mikro), Jürgen Langer und Roland Grimm.

Live in Oberhausen am 1. Dezember: Oh Sun! sind (v.l.n.r.) Thomas Auth, Micha Grothues (mit Bierflasche, nicht mit Mikro), Jürgen Langer und Roland Grimm.

Der Auftritt in Oberhausen-Eisenheim war für uns ein gelungener Jahres-Abschluss – wenn auch unter schwierigen technischen Randbedingungen. Da es keine funktionierenden Monitorboxen gab und der Sound der Gesangsanlage aus Boxen kam, die am Bühnenrand standen (also vor der Band), konnten wir uns selbst beim Spielen kaum hören. Vor allem als Sänger nervt das, weil man zu keinem Zeitpunkt weiß, was beim Publikum eigentlich ankommt.

Trotzdem hat der Auftritt Spaß gemacht, und die ursprünglich vorgesehenen 30 Minuten Spielzeit durften wir dank freundlicher Zugabe-Rufe um eine viertel Stunde überziehen. Einen kleinen Eindruck vom Auftritt vermittelt die aus meiner Sicht gelungene Version von „Too high to reach“, die ihr hier hören könnt. Schade nur, dass mein Gesangsmikro dann doch etwas zu leise eingestellt war.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Too high to reach (Text + Musik: Roland Grimm)

Mosquito on the ceiling
Too high to reach
A clear secure feeling
Too high to reach
My great expectations
The united nations
Oh, that´s all too high to reach

A house with a pool
Too high to reach
Appearance of cool
Too high to reach
The girls from James Bond
Don´t have what I want
Oh, that´s all too high to reach

Tried to sing Sexy Sadie
It was no good choice
I just could`n`t reach John Lennon
And his high-pitched voice
Too high to reach, too high to reach

The Glorious Seven
Too high to reach
If God is in heaven
He`s too high to reach
Completely new melodies
And you who bring me to my knees
Oh, that´s all too high to reach

The rich and the beauties
Too high to reach
A life without duties
Too high to reach
A six-pack belly
Breakthrough in blind alley
Oh, that´s all too high to reach

Tried to sing Sexy Sadie
It was no good choice
I just could`n`t reach John Lennon
And his high-pitched voice
Too high to reach, too high to reach

Mosquito on the ceiling
Too high to reach
A clear secure feeling
Too high to reach
My great expectations
Too high to reach
The united nations
Too high to reach
The Glorious Seven
Too high to reach
If God is in heaven
Too high to reach
Completely new melodies
Too high to reach
And you who bring me to my knees
Too high to reach

© 2017 Roland Grimm

Abfahrbereit: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert – aber für 2017 war`s das wohl.

Abfahrbereit: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert – aber für 2017 war`s das wohl.

 

Here comes Oh Sun!

Wer in diesem Jahr Oh Sun! noch mal live erleben möchte, muss nach Oberhausen fahren. Wir spielen dort am 1. Dezember im Kreativquartier Eisenheim (Fuldastraße 6). Außer uns werden an dem Abend noch drei andere Acts auftreten: die Bands Tisch 17 und Voodoo Chili sowie Jaana Redflower.

Oh Sun! spielt am 1. Dezember im Kreativquartier Eisenheim.

Oh Sun! spielt am 1. Dezember im Kreativquartier Eisenheim.

Offiziell los geht es um 20 Uhr, jeder Act soll etwa 30 Minuten spielen. Da wir als letzte Band an der Reihe sind, hoffen wir, darüber hinaus vielleicht noch zwei bis drei weitere Songs spielen zu dürfen. Das geht aber nur, wenn ihr laut vernehmlich „Zugabe“ ruft;)

Der Eintritt ist frei, es wird aber ein Hut herumgehen. Es handelt sich übrigens um ein Benefizkonzert. Alle Einnahmen sollen für den Erhalt des Kreativquartiers Eisenheim gespendet werden.

Der Veranstaltungsort befindet sich in Oberhausen-Eisenheim, unweit des Olga-Parks, inmitten der ältesten Stahlarbeitersiedlung des Ruhrgebiets. In der dortigen „Alten Schreinerei“ organisiert der Verein Kreativquartier Eisenheim ein abwechslungsreiches Programm aus Konzerten, Partys, Lesungen, Kunstausstellungen sowie verschiedensten Kursangeboten von Basteln und Reparieren über Nähen und Kochen bis hin zu Zeichnen und Grafik-Design.

 

Veröffentlicht in News

Too high to reach

Bei unserem Auftritt im Gladbecker Café Goethestraße haben wir auch einen Song gespielt, den ich im Sommer 2017 neu geschrieben habe: „Too high to reach“. Das ist ein Blues über die vielen Dinge im Leben, die unerreichbar scheinen, weil sie einfach zu hoch für einen sind.

Trotz des Songtitels und trotz Blues ist das Stück aber so traurig nun auch wieder nicht. Das Spektrum der „unerreichbaren Dinge“ reicht von der Mücke an der Zimmerdecke über das Komponieren wirklich neuer Melodien bis hin zu John Lennons hoher Stimme beim Stück „Sexy Sadie“ von den Beatles. Oh, that´s all too high to reach.

If God is in heaven – he`s too high to reach.    Foto: Pixabay

If God is in heaven – he`s too high to reach. Foto: Pixabay

Alles in allem ist es also eher ein augenzwinkernder Blues. Zugleich ist „Too high to reach“ ein Beispiel dafür, dass es sich lohnen kann, hin und wieder mal ein englisches Buch zu lesen und dabei interessante Vokabeln zu notieren. Vor etwa zwei Jahren habe ich nämlich Bram Stockers „Dracula“ gelesen, und in dem Buch kommt an einer Stelle der Begriff „high-pitched voice“ vor. Der gefiel mir wegen seiner Anschaulichkeit und ich notierte ihn.

Lange Zeit wusste ich aber nichts weiter damit anzufangen. Bis ich letzten Sommer mal wieder in den Notizen blätterte und den Ausdruck plötzlich mit meinen kläglich gescheiterten Versuchen assoziierte, „Sexy Sadie“ zu singen. So wurde „high-pitched voice“ zur Initialzündung für den neuen Song. Die Live-Aufnahme aus dem Café Goethestraße könnt ihr hier hören. Wie immer stehen unten auch die kompletten Lyrics.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Too high to reach (Text + Musik: Roland Grimm)

Mosquito on the ceiling
Too high to reach
A clear secure feeling
Too high to reach
My great expectations
The united nations
Oh, that´s all too high to reach

A house with a pool
Too high to reach
Appearance of cool
Too high to reach
The girls from James Bond
Don´t have what I want
Oh, that´s all too high to reach

Tried to sing Sexy Sadie
It was no good choice
I just could`n`t reach John Lennon
And his high-pitched voice
Too high to reach, too high to reach

The Glorious Seven
Too high to reach
If God is in heaven
He`s too high to reach
Completely new melodies
And you who bring me to my knees
Oh, that´s all too high to reach

The rich and the beauties
Too high to reach
A life without duties
Too high to reach
A six-pack belly
Breakthrough in blind alley
Oh, that´s all too high to reach

Tried to sing Sexy Sadie
It was no good choice
I just could`n`t reach John Lennon
And his high-pitched voice
Too high to reach, too high to reach

Mosquito on the ceiling – Too high to reach!
A clear secure feeling – Too high to reach!
My great expectations – Too high to reach!
The united nations – Too high to reach!
The Glorious Seven – Too high to reach!
If God is in heaven – Too high to reach!
Completely new melodies – Too high to reach!
And you who bring me to my knees – Too high to reach!

© 2017 Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

Mit 200 Sachen

Das Stück „Mit 200 Sachen (Durch ein Land der Extreme)“ handelt vom Zugfahren und von den Menschen, denen man dabei zufällig und unfreiwillig begegnen kann. Den größten Teil des Textes habe ich 2009 tatsächlich während einer Zugfahrt geschrieben.

Damals war ich das erste und einzige Mal in meinem Leben zu einer Geburtstagsfeier bei meinem Opa mütterlicherseits eingeladen. Der galt lange Zeit als „verschollen“, tauchte dann aber während meiner Jugendjahre doch irgendwann plötzlich wieder auf. Ich persönlich hatte aber bis zu seinem Tod vor einigen Jahren höchstens sechs oder sieben Mal oberflächlichen Kontakt zu ihm. Und 2009 war ich eben überraschenderweise zu seinem Geburtstag in Mainz eingeladen. Es kam mir zwar komisch vor, aber ich fuhr dennoch hin, wohl wegen der Einmaligkeit des Ereignisses.

„Der Zug verlässt Köln, hat Fahrt aufgenommen ...“   Foto: Pixabay

„Der Zug verlässt Köln, hat Fahrt aufgenommen …“    Foto: Pixabay

Ich stieg in Essen in den Zug, kam irgendwann nachmittags an, blieb für etwa drei Stunden und nahm dann wieder den Zug zurück nach Essen. Die Fahrtzeit war länger als mein Aufenthalt, mit dem Opa hatte ich insgesamt vier Worte gewechselt: Guten Tag und Auf Wiedersehen. Mehr Kommunikation war an der U-förmigen Geburtstagstafel in irgendeinem Vereinsheim auch schwer möglich – zumindest von meinem Platz aus. Kurzum: Das Ganze war eigentlich ein ziemlich absurdes Unternehmen. Aber immerhin: Im Zug schrieb ich diesen langen Song, der inhaltlich übrigens gar nichts mit dem Mainz-Besuch zu tun hat.

Den Song nannte ich anfangs noch „Zugfahrt-Blues“, den Text schrieb ich ursprünglich zu der Melodie von Bob Dylans „Tombstone Blues“. Kürzlich habe ich Akkorde und Melodie aber nochmal verändert, sodass es jetzt auch musikalisch ein eigenes Stück ist. Was ihr hier hören könnt, ist eine Live-Aufnahme von unserem letzten Auftritt im Gladbecker Café Goethestraße. Es fängt etwas holperig an, wird dann aber immer besser – finde ich. Tolle E-Gitarren-Verzierungen von Thomas!

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Mit 200 Sachen (Durch ein Land der Extreme)
(Text + Musik: Roland Grimm)

Der Zug verlässt Köln, hat Fahrt aufgenommen
Ist fast bei 200 km/h angekommen
Gedanken von eben sind jetzt schon verschwommen
Erinnerung bleibt einfach auf der Strecke

Weit weg von Zuhause kann man prima abschalten
Der Geist registriert ganz neue Gestalten
Die hier im Waggon ihre Wesen entfalten
Man verliert sich in stiller Betrachtung

Mit 200 Sachen durch ein Land der Extreme
Mit schönen Frauen und Freaks, für die ich mich manchmal schäme
Bin selber eher altmodisch, liebe das Bequeme

Der Typ gegenüber wirkt irgendwie verloren
Mit Kopfhörern, riesig wie Elefantenohren
Das nächste große Ding steht sicher auch schon vor den Toren
Nur mit Boxen unter `m Arm wird man noch cool sein

Das Mädchen da vorn, Sweet Little Sixteen
Sagt sie sei schwanger, will zu Hause auszieh´n
Ihr Kumpel denkt: „Das ist jetzt sicher wieder nur so`n Spleen“
Und fragt: „Willst du vielleicht auch ´ne Dose Bier haben?“

Mit 200 Sachen durch ein Land der Extreme
Mit schönen Frauen und Freaks, für die ich mich manchmal schäme
Bin selber eher altmodisch, liebe das Bequeme

Ein Yuppie steigt in den Waggon ein
Und schaltet gleich als erstes seinen Laptop ein
Er tippt wie ein Irrer! Vielleicht ja nur zum Schein
Alle merken, dieser Mann ist echt beschäftigt

Geschwätzig wie´n Waschweib ist der Zugbegleiter
Der labbert ewig ohne Punkt und Komma weiter
Die Lautsprecherstimme klingt komisch, doch nicht heiter
Warum geht mein MP3-Player nicht lauter?

Mit 200 Sachen durch ein Land der Extreme
Mit schönen Frauen und Freaks, für die ich mich manchmal schäme
Bin selber eher altmodisch, liebe das Bequeme

Ein riesiger Typ mit langem schwarzen Mantel
Hält in der Hand, schwer wie eine Hantel
´Nen Fantasy-Schmöcker – Titel: „Die Tarantel“
Verschlingt in einer Stunde hundert Seiten

Wagon, 1. Klasse, es kommt ein Tablett
Der Kellner, der dran hängt, ist irgendwie zu nett
`Ne Oma fragt ihn, ob er `n` Piccolo hätt
Die Senioren-Gang hat heute was zu feiern

Mit 200 Sachen durch ein Land der Extreme
Mit schönen Frauen und Freaks, für die ich mich manchmal schäme
Bin selber eher altmodisch, liebe das Bequeme

Ein Blick aus dem Fenster: Wiesen und Lichter
Sieht aus wie gerakelt von Gerhard Richter
Das stundenlange Sitzen geht mir echt auf`n Trichter
Das Ziel der Reise kann nun nicht mehr weit sein

Der Zug wird plötzlich langsamer, jetzt ist es soweit
Ich packe meine Sachen, es ist an der Zeit
Die Anderen, die bleiben, sind von meinem Blick befreit
Alle gehen ihre Wege, ich geh` meinen

Mit 200 Sachen durch ein Land der Extreme
Mit schönen Frauen und Freaks, für die ich mich manchmal schäme
Bin selber eher altmodisch, liebe das Bequeme

© 2009/2017  Roland Grimm

 

Veröffentlicht in Songs

Eine kleine Mini-Tournee

Ab wie vielen Konzerten spricht man eigentlich von einer Tournee? Da gibt es wohl keine eindeutige Definition. Für Oh Sun! waren zwei Konzerte in nur sechs Tagen jedenfalls nicht nur eine Premiere, sondern gefühlt auch schon eine Mini-Tournee. Oder sagen wir mal: eine kleine Mini-Tournee.

Trio-Sounds: Oh Sun! ohne Schlagzeug im Café Konsumreform.

Trio-Sounds: Oh Sun! ohne Schlagzeug im Café Konsumreform.

Los ging es am Samstag, den 23. September, mit unserem Auftritt im Rahmen des Artwalk-Programms im Café Konsumreform. Ohne Schlagzeuger und mit Thomas Auth  an der Westerngitarre (statt wie sonst E-Gitarre) und Micha Grothues am Bass hatten wir am frühen Abend Gelegenheit, sieben unserer Stücke mal ganz anders zu spielen als sonst. Zwei Proben als Vorbereitung auf dieses Trio-Konzert mussten genügen, aber das Ergebnis war aus meiner Sicht durchaus hörenswert.

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, die Songs mal „unplugged“ zu spielen. Vorteil: Die Zuhörer konnten die Texte besser verstehen. Kann aber auch an der Sprache gelegen haben. Da das Kurzkonzert im Rahmen einer Lesung stattfand, hatten wir uns entschieden, ausschließlich deutsche Stücke zu spielen. Auch das war eine Premiere.

Ein bisschen schade war es, dass die Veranstaltung doch eher schwach besucht war. 18 Uhr am Samstag ist aber natürlich auch nicht gerade die Ausgeh-Primetime. Auch von den eingeladenen Freunden und Bekannten sind diesmal deutlich weniger gekommen. Einen Tag vor der Bundestagswahl ist es uns nicht gelungen, die „Oh-Sun!“-Stammhörer in größerer Zahl zu mobilisieren. Lässt die Bindungskraft unserer sonnigen Musik etwa schon nach? Jetzt heißt es: Kämpfen, kämpfen, kämpfen! Vielleicht habe ich zuletzt aber auch nur zu viele Polit-Talkshows gesehen …

Hingucker: Dieses „Impro-Plakat“ hing im Café Goethestraße.

Hingucker: Dieses „Impro-Plakat“ hing im Café Goethestraße.

Dass der Freundeskreis, wenn man plötzlich häufiger spielt, nicht mehr zu jedem Konzert pilgert, kann ich aber gut verstehen. Umso mehr, wenn wir sogar die Stadtgrenzen Essens verlassen und – mitten in der Woche – in Gladbeck spielen. Im dortigen Café Goethestraße fand am 28. September das zweite Konzert unserer Mini-Tournee statt („La Grande Finale“). Diesmal wieder mit Schlagzeuger Jürgen Langer.

Auf dem Hinweg standen wir ewig lange im Stau. Halb Essen schien nach Gladbeck zu wollen. Wegen uns? Dieser Illusion verfiel ich dann doch nicht. Ich hatte eher das mulmige Gefühl, dass wir in einer völlig leeren Kneipe spielen würden. Schließlich hatte ich auf meine persönlichen Einladungen diesmal keine einzige definitive Zusage erhalten! Meinen Vorbericht zum Konzert hatte ich noch mit der Headline „Glad to be in Gladbeck“ versehen. Würde ich beim Nachbericht nun „Bad to be in Gladbeck“ schreiben müssen? Derartige Gedanken gingen mir während der Anfahrt durch den Kopf.

Oh Sun! in Gladbeck: Super gemütliche Kneipe – nur für Fotografen zu dunkel.

Oh Sun! in Gladbeck: Super gemütliche Kneipe – nur für Fotografen zu dunkel.

Aber die Sorge war umsonst. Das Konzert war ein Erfolg, das Café für einen Donnerstagabend in Gladbeck sehr ordentlich gefüllt. Und wir haben die Leute auch nicht vertrieben. Sie sind 16 Songs lang freiwillig geblieben, haben geklatscht und am Ende Zugabe gefordert. Niemand schien enttäuscht. Nur dem Wunsch eines älteren Besuchers, auch mal ein türkisches Lied zu spielen, konnten wir nicht nachkommen.

Unterm Strich war es eine tolle Erfahrung, mal nicht vor einem weitgehend „bestellten“ Publikum zu spielen, sondern vor überwiegend fremden Leuten, die uns nicht kennen und sich offenbar doch für unsere Musik erwärmen konnten. Nicht zuletzt hat unsere Band-Gesangsanlage ihren ersten Praxistest bestanden. Der Sound war super. Mein kleines Aufnahmegerät lief bei beiden Konzerten mit. Gut möglich, dass es an dieser Stelle demnächst die eine oder andere Audio-Kostprobe von den Konzerten zu hören gibt.

 

Kryptisches Plakat

Bei einem Sonntagsspaziergang durch die Essener Innenstadt machte ich kürzlich einen Abstecher zum Café Konsumreform. Vor dem Eingang erblickte ich ein Plakat, das ich sogleich fotografieren musste, da der Name meiner Band Oh Sun! draufsteht.

Wie im letzten Blog-Eintrag schon am Rande erwähnt, haben wir dort nächsten Samstag (23.09.) gegen 18 Uhr einen kurzen Auftritt. Das Plakat zeigt, wer bei der Veranstaltung sonst noch Musik macht beziehungsweise aus seinen literarischen Werken vorliest.

Die Veranstaltung trägt den etwas kryptischen Namen „The Grand Fusion: Live-Häppchen – Die Lesung mit der Glückskatze @Artwalk“. Klingt kompliziert. Und ist für nicht Eingeweihte vermutlich völlig unverständlich.

Ich versuche mal zu übersetzen: Da findet also eine große Fusion statt, weil mehrere, sonst voneinander unabhängige Veranstaltungsformate zeitgleich am selben Ort (dem Café Konsumreform) stattfinden. Die fast jeden Samstagabend im Café Konsumreform zu erlebende Livemusik-Veranstaltung „Live-Häppchen“ trifft auf die meist im Café Konsumreform stattfindende lose Lesungsreihe „Die Lesung mit der Glückskatze“.

Die Lesung heißt übrigens so, weil auf dem Tisch, an dem die Lesenden aus ihren Werken vortragen, stets eine dieser asiatischen Winkekatzen aus Keramik herumsteht, die man auch als Glückskatzen bezeichnet (siehe Plakat). Die Katze hat zwar für die Lesungen selbst keine erkennbare Funktion, sie ist aber ein cleverer Marketingtrick. Sie fungiert als namengebendes Maskottchen. „Die Lesung mit der Glückskatze“ klingt viel individueller und sympathischer als einfach nur „Lesung“. Es gilt die alte Marketing-Weisheit: Kinder und Katzen funktionieren immer.

Warum nun aber „@Artwalk“? Weil am selben Tag in der gesamten nördlichen Essener Innenstadt der „Artwalk“ stattfindet. Da sich das Café Konsumreform in der Nord-City befindet, ist dort am 23. September ebenfalls automatisch Artwalk. Und was ist der Artwalk? Das ist nun leider schwer zu erklären und würde an dieser Stelle zu weit führen. Wer Genaueres wissen möchte, möge im Artwalk-Programm nachschauen. Die gute Nachricht zum Schluss: Man braucht dieses Wissen gar nicht, um am Samstag im Konsumreform Lesung und Musikprogramm mit Oh Sun! zu genießen.

 

Veröffentlicht in News