Completely new way

Unser Song „Help find the way“ zeigt echte Comeback-Qualitäten! Nachdem wir das Stück fast schon aussortiert hatten, können wir auf einmal nicht mehr die Finger davon lassen. Zumindest während der letzten drei Proben haben wir uns fast nur noch damit beschäftigt. Ein erstes Zwischenergebnis hatte ich vor drei Wochen ja schon im Blog-Eintrag „Freestyle-Probe“ vorgestellt. Mittlerweile haben wir weiter daran gearbeitet, wie ihr unten an der Proberaum-Aufnahme vom letzten Freitag erkennen könnt.

Komplizierteres Arrangement: Wir haben einen neuen Weg gefunden, „Help find the way“ zu spielen.   Foto: Pixabay

Komplizierteres Arrangement: Wir haben einen neuen Weg gefunden, „Help find the way“ zu spielen.              Foto: Pixabay

Nachdem unser Bassist Jan wieder aus dem Urlaub zurück war, sind wir „Help find the way“ noch mal richtig neu angegangen. Für unsere Verhältnisse ist es geradezu ein komplexes Arrangement geworden. Doch hört selbst. Das (vorläufige) Ergebnis ist natürlich noch nicht perfekt, aber ich glaube, wir sind damit auf dem richtigen Weg.

 


An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Jan Gaža: Bass
Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang
Jürgen Langer: Drums

 

Freestyle-Probe

Wenn man mit einer Band Woche für Woche dieselben Songs spielt, bleibt es nicht aus, dass man sich bei dem einen oder anderen Stück zu langweilen beginnt. So ging es Oh Sun! in letzter Zeit mit den Stücken „Wall of sound“ und „Help find the way“. Wir finden immer noch, dass das starke Songs sind. Trotzdem haben wir sie bei den letzten Konzerten häufiger einfach weggelassen. Weil sie bei den Proben nicht mehr so gezündet haben, weil sie kaum noch Energie in uns freigesetzt haben. Manchmal hilft es dann, wenn man die Sachen einfach mal wieder ganz anders spielt und sich so einen neuen Zugang zu den eigenen Werken erschafft.

Öfter mal was Neues: Motorradfahren muss nicht immer gleich aussehen – Songs müssen sich nicht immer gleich anhören. Foto: Pixabay

Öfter mal was Neues: Motorradfahren muss nicht immer gleich aussehen – Songs müssen sich nicht immer gleich anhören. Foto: Pixabay

So haben wir es bei unserer letzten Bandprobe gemacht. Für „Wall of sound“ hatte ich vorher die Reihenfolge der Gitarrenakkorde etwas verändert, zwei zusätzliche Akkorde hinzugefügt und auch die Gesangsharmonien stärker variiert. Das habe ich dann Thomas und Jürgen kurz vorgespielt, unser Bassist Jan war leider noch im Urlaub. Dann haben wir es einmal zusammen durchgespielt und danach direkt einen Audio-Mitschnitt gemacht, den ihr hier hören könnt. Ich weiß nicht, ob das jetzt die neue, definitive Version ist, aber auf  jeden Fall hat es endlich mal wieder richtig Spaß gemacht, den Song zu spielen.

 

 

Bei „Help find the way“ haben wir gar nichts am Songaufbau und den Akkorden verändert. Aber wir haben das Stück spontan viel rockiger gespielt als sonst, und ich habe den Gesang ganz anders phrasiert. Ich weiß nicht, ob wir das Stück noch mal so spielen werden, aber für den Moment hat uns diese Freestyle-Version geradezu energetisch aufgeladen. Für einen Augenblick dachte ich, dass wir als Band gleich abheben …

 

 


An den Aufnahmen waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang
Jürgen Langer: Drums

 

Guter Sound, schlechter Sound

Nun haben wir also auch das Konzert an der Kunstakademie Düsseldorf erfolgreich über die Bühne gebracht. Es war mal wieder eine Premiere: unser erstes Open-Air! Obwohl der Gig an einem Freitag den 13. stattfand, ist uns kein größeres Unglück widerfahren. Ich hatte das Gefühl, mich häufiger verspielt zu haben als sonst, aber das scheint Niemandem aufgefallen zu sein. Und ich war allergiebedingt ziemlich heiser, aber das wurde wahrscheinlich als gewollte Rockstimme interpretiert.

13. Juli 2018: Oh Sun! spielen auf dem Freigelände vor der Kunstakademie Düsseldorf.

13. Juli 2018: Oh Sun! spielen auf dem Freigelände vor der Kunstakademie Düsseldorf.

Wie es insgesamt war? Das fällt mir diesmal schwer zu beurteilen. Ich war unzufrieden über den Sound meiner Gitarre, der auf der Bühne zu hören war. Wir hatten sie direkt an das Mischpult angeschlossen, sodass ich sie nur über die Monitorbox hören konnte. Und was da heraus kam, klang für meine Ohren ziemlich schrecklich. Dadurch habe ich mich angespannter gefühlt als bei den letzten Auftritten und konnte mich schlechter fokussieren. Doch hinterher hieß es von allen Seiten, der Sound vor der Bühne sei „super“ gewesen. Das ist dann wohl das Wichtigste: wie es beim Publikum ankommt.

Ein Hauch von Rockstar: Thomas singt mit Sonnenbrille.

Ein Hauch von Rockstar: Thomas singt mit Sonnenbrille.

Trotzdem: Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, bei Konzerten lieber später anzufangen und uns beim Soundcheck Zeit zu nehmen bis die Musik auch auf der Bühne genießbar ist. Wieder was dazugelernt!

Damit hier aber kein falscher Eindruck entsteht: Das Konzert an der Kunstakademie war für uns insgesamt eine super Erfahrung. Es hat Spaß gemacht, vor schätzungsweise 50 bis 70 Leuten aus der Düsseldorfer Kunstszene zu spielen, die uns vorher noch nicht kannten. Es war ein herrlicher Sommerabend in angenehm entspannter Atmosphäre.

Gechillte Atmosphäre: Kunststudenten während des Oh-Sun!-Konzerts.

Gechillte Atmosphäre: Kunststudenten während des Oh-Sun!-Konzerts.

 

Auf zur Akademie!

Recht kurzfristig hat sich ergeben, dass Oh Sun! bereits am kommenden Freitag (13. Juli) an der Kunstakademie Düsseldorf spielt! Wo einst die später weltbekannten Künstler Joseph Beuys und Gerhard Richter, aber zum Beispiel auch Günter Grass studierten, dürfen nun wir unseren „ganzen Schrott zum Vortrage bringen“ – um es mal salopp mit Udo Lindenbergs Worten aus dem „Sonderzug nach Pankow“ auszudrücken. Wir hoffen natürlich, dass es toll wird und ganz und gar nicht schrottig!

Das haben sich die Studenten selbst aufgebaut: Die Bühne steht schon, am Freitag stehen wir drauf.

Das haben sich die Studenten selbst aufgebaut: Die Bühne steht schon, am Freitag stehen wir drauf.

Unser Konzert findet im Rahmen des diesjährigen „Sommerrundgangs“ statt. Der Name steht für fünf Tage der offenen Tür (11. bis 15. Juli), an denen die Studenten der geneigten Öffentlichkeit ihre „Abschlusspräsentationen 2018“ zeigen, jeweils von 10 bis 20 Uhr.

Begleitend dazu gibt es auf dem Freigelände vor der Kunstakademie ein Live-Musik-Programm. Um an den Ort des Geschehens zu kommen, müsst ihr eigentlich nur an der Düsseldorfer Straßenbahnhaltestelle „Tonhalle“ aussteigen und den Ausgang Richtung Altstadt nehmen. Dann steht ihr schon direkt vor der Kunstakademie.

Das Konzert findet auf dem Freigelände vor der Kunstakademie statt.

Das Konzert findet auf dem Freigelände vor der Kunstakademie statt.

Nach Angaben der Organisatoren können wir die Bühne ab 17 Uhr in Beschlag nehmen und müssen bis 20 Uhr alles wieder abgebaut haben. Das läuft dann wohl darauf hinaus, dass wir ab 18 Uhr bis maximal 19.30 spielen. Allen, die Oh Sun! mal wieder live erleben wollen und/oder sich für die studentischen Arbeiten interessieren, kann ich daher nur wärmstens empfehlen: Auf zur Akademie!

 

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Im Schaufenster

Unser Konzert am 29. Juni im Eulenspiegel Café hat viel Spaß gemacht. Der Band auf jeden Fall, und ich glaube auch dem Publikum. Drummer Jürgen sprach hinterher sogar von „unserem besten Konzert“. Zumindest war es das heißeste. Im Bühnen-Schaufenster an der Steeler Straße war es bullig warm, denn die Sonne hatte den ganzen Tag auf die Scheiben geknallt.

Bassist Jan Gaža (Mitte) spielt sich frei, Drummer Jürgen Langer konzentriert sich derweil auf sein fehlerfreies Spiel. Fotos: Laurin Auth

Bassist Jan Gaža (Mitte) spielt sich frei, Drummer Jürgen Langer konzentriert sich auf sein fehlerfreies Spiel. Fotos: Laurin Auth

Angesichts der Rahmenbedingungen haben wir die Sache eigentlich ziemlich cool über die Bühne gebracht. Das gilt auch für unseren neuen Bassisten Jan Gaža, für den der Abend eine Premiere war: Sein erster Auftritt mit Oh Sun! war ein toller Einstand. Wir haben zwei Sets gespielt, mit insgesamt 18 Stücken. Darunter nur ein Cover, ansonsten alles Eigenkompositionen.

Sicher: Ein paar mehr Zuhörer hätten noch reingepasst in das Eulenspiegel Café. Aber für einen lauen Sommerabend waren die schätzungsweise 30 bis 35 Besucher auch okay. Für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten, gibt es hier jetzt gleich vier Live-Songs vom Eulenspiegel-Konzert zum Anhören. Den Anfang macht das Stück „Genauso leben wir“:

 

Impression aus dem ersten Set. Das verschwitzte T-Shirt habe ich später gewechselt.

Impression aus dem ersten Set. Das verschwitzte T-Shirt habe ich später gewechselt.

Den Song „Can´t get you“ spielen wir ja schon länger. Diese Aufnahme aus dem Eulenspiegel kommt dem träumerisch-psychedelischen Klang ziemlich nah, der mir schon lange im Kopf vorschwebte:

 

Thomas Auth singt „The story of Elliot“.

Thomas Auth singt „The story of Elliot“.

Die Musik zum Song „The story of Elliot“ stammt von Thomas Auth, der Text ist von Gabi Auth. Hört es euch an!

 

Gewagt aber angenehm: Angesichts der Hitze hatte ich mich für eine kurze Hose entschieden.

Gewagt aber angenehm: Angesichts der Hitze hatte ich mich für eine kurze Hose entschieden.

Und zum Abschluss noch der Mitschnitt von „That`s alright for me“. So schnell haben wir das Stück noch nie gespielt:

 

 

Demnächst in Ihrem Kino!

Wer Oh Sun! mal wieder (oder zum ersten Mal) live hören möchte, hat dazu am 29. Juni Gelegenheit. An diesem Tag spielen wir nämlich ab 20.30 im altehrwürdigen Essener Filmkunsttheater Eulenspiegel.

Genauer gesagt: Wir spielen im Eulenspiegel Café. Das ist gleich im Eingangsbereich des Kinos. Sozusagen im Schaufenster an der Steeler Str. 208 – direkt neben dem Auto mit dem Kennzeichen „E MM 51“.

Bitte alle kommen: Am 29. Juni tritt Oh Sun! um 20.30 Uhr im Eulenspiegel Café auf.

Bitte alle kommen: Am 29. Juni tritt Oh Sun! um 20.30 Uhr im Eulenspiegel Café auf.

Der Eintritt ist übrigens frei, ein Hut geht herum (nicht meiner). Also kommt zahlreich, es lohnt sich! Wir sind die einzige Band des Abends und performen fast unser komplettes Programm. Es erwarten euch etwa 20 tolle Oh Sun!-Songs.

Das Konzert findet im Rahmen der Livemusik-Reihe „Eulelujah – Kleine Knisterkonzerte“ statt. Trotz dieses Mottos werden wir es nicht nur knistern, sondern ab und an auch mal etwas krachen lassen. Zur Einstimmung könnt ihr hier eine Version unseres Stückes „He`s her lover (Not her friend)“ hören – ein Mitschnitt von unserer letzten Probe.

 

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Jan Gaža: Bass
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Schlagzeug


He`s her lover (Not her friend)  (Text + Musik: Roland Grimm)

He`s her lover, not her friend
He`s not part of her – rock ´n`roll band
They got a clever arrangement
They live their love – only on weekend
Only on weekend

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

She said: „You don`t understand the way I feel.“
He thinks: „Anyway, I`m only the fifth wheel.“

There is not much that will remain
They left each other – and left the pain
Where bubbles burst is empty space
They live a love that leaves no trace
Leaves no trace

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

She said: „You don`t realize that I feel bad.“
He thinks: „Am I blind or is she mad?“

He`s her lover, but he`s in the end
Not her friend

© 2011 Roland Grimm

 

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„Gedanken“ mit Bass

Im März hatte ich hier den Song „Gedanken in Knäueln“ veröffentlicht, es war aus gegebenem Anlass eine Version ohne Bass. Seitdem hat sich etwas getan: Oh Sun! hat jetzt einen neuen Bassisten. Yeah!

Anfang April tauchte Jan Gaža das erste Mal in unserem Proberaum auf und ist seitdem immer wieder gekommen. Man kann sagen, dass er sich menschlich und musikalisch super eingeführt hat. Mit 29 Jahren senkt er außerdem den Altersdurchschnitt in unserer Band erheblich. Nun proben wir also wieder zu viert für kommende Auftritte.

Oh Sun! in neuer Besetzung (v.l.n.r.): Roland Grimm, Jürgen Langer, Thomas Auth und Jan Gaža.

Oh Sun! in neuer Besetzung (v.l.n.r.): Roland Grimm, Jürgen Langer, Thomas Auth und Jan Gaža.

Und wie klingt nun der neue Bassist? Natürlich muss sich Jan die knapp 25 Songs unseres aktuellen Programms erst nach und nach „draufschaffen“. Aber bei „Gedanken in Knäueln“ klappte das letzten Freitag schon ziemlich gut, wie ihr auf diesem Proberaum-Mitschnitt hören könnt.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Jan Gaža: Bass
Roland Grimm: E-Gitarre + Gesang
Jürgen Langer: Drums


Gedanken in Knäueln (Text + Musik: Roland Grimm)

Es geht immerzu weiter
Und führt nirgendwo hin
Manchmal wolkig, mal heiter
Meistens ohne viel Sinn

Soviel Schweiß und Getöse
Soviel Fleiß, soviel Schwung
Manche sammeln Erlöse
Alle wollen Erlösung

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Inventur der Momente
Heut` noch gar nicht gelacht
Quetsch `ne Prise Vergnügen
Zwischen sechs und halb acht

Kommt jetzt endlich `ne Bridge?
Oder mal ein Refrain?
Klar, ich weiß es ist Kitsch
Doch bitte sag nur einmal „Yes we can“

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Die Dinge sind schwer zu deuten
Man muss geduldig hinschauen
Doch unter eintausend Leuten
Gibt es nicht viele, die sich das noch trauen

Und es geht immerzu weiter
Ein Tempo, das niemals stoppt
Du singst vom „Goldenen Reiter“
Ein anderer dopt sich einfach wie bekloppt

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

© 2008/2016 Roland Grimm

 

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Gedanken in Knäueln

Der Bassist war verhindert“: Das hatte ich vor rund einem Monat beim letzten Blog-Eintrag anlässlich unserer ersten Aufnahme des brandneuen Songs „Genauso leben wir“ geschrieben. Es war nur die halbe Wahrheit, denn tatsächlich hat Oh Sun! im Augenblick (mal wieder) gar keinen Bassisten. Solange das so bleibt, machen wir aus der Not eine Tugend und sprechen nun einfach von einer „Entschlackung des Sounds“.

Schwer zu fassen: Das Leben ist manchmal eine ziemlich verwickelte Angelegenheit. Foto: Pixabay

Schwer zu fassen: Das Leben ist manchmal eine ziemlich verwickelte Angelegenheit. Foto: Pixabay

Bei einer Probe von  „Gedanken in Knäueln“ haben wir die neue Reduktion jetzt auf die Spitze getrieben und den Song nicht nur ohne Bass, sondern auch ohne meine Rhythmusgitarre gespielt. Also nur mit Thomas an der E-Gitarre und Jürgen am Schlagzeug. Oh Sun! naked – sozusagen. Das Aufnahmegerät im Proberaum lief mit, und deshalb könnt ihr euch diese Version nun hier anhören.

Gedanken in Knäueln“ habe ich schon 2008 geschrieben – lange bevor es Oh Sun! gab. In der Urversion war es aber ein langsamer, melancholischer Song im Dreivierteltakt. 2016 habe ich den Text des Refrains etwas umgeschrieben und die Musik komplett verändert. Jetzt ist es ein klassisches Gitarrenriff-Rockstück. Viel Spaß beim Hören!

 

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang
Jürgen Langer: Drums


Gedanken in Knäueln (Text + Musik: Roland Grimm)

Es geht immerzu weiter
Und führt nirgendwo hin
Manchmal wolkig, mal heiter
Meistens ohne viel Sinn

Soviel Schweiß und Getöse
Soviel Fleiß, soviel Schwung
Manche sammeln Erlöse
Alle wollen Erlösung

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Inventur der Momente
Heut` noch gar nicht gelacht
Quetsch `ne Prise Vergnügen
Zwischen sechs und halb acht

Kommt jetzt endlich `ne Bridge?
Oder mal ein Refrain?
Klar, ich weiß es ist Kitsch
Doch bitte sag nur einmal „Yes we can“

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

Die Dinge sind schwer zu deuten
Man muss geduldig hinschauen
Doch unter eintausend Leuten
Gibt es nicht viele, die sich das noch trauen

Und es geht immerzu weiter
Ein Tempo, das niemals stoppt
Du singst vom „Goldenen Reiter“
Ein anderer dopt sich einfach wie bekloppt

Das ganze lange Leben
Ist wie ein Techno-Song
Man bleibt am Rhythmus kleben
Und der ist unbeweglich wie Beton.

Manchmal find` ich mich echt
In meinem Kopf nicht zurecht
Da lodert kein Feuer
Und dann seh ich halt schlecht
Lauf gegen Wände, hole mir Beulen
Gedanken in Knäueln

© 2008/2016 Roland Grimm

 

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Genauso leben wir

Das neue Jahr hat (musikalisch) gut begonnen. Erst wenige Wochen alt, und schon haben wir einen neuen Song im Kasten! In der ersten Januarwoche habe ich „Genauso leben wir“ geschrieben, Ende des Monats hat Oh Sun! dann erstmals damit im Proberaum herumexperimentiert. Dabei ist auch der Audiomitschnitt entstanden, den ihr weiter unten findet. Ein erster Versuch – nicht ganz ohne kleinere Patzer. Und nur mit Gitarren und Schlagzeug, der Bassist war verhindert.

„Ich sehe eine Jagd, ein gehetztes Tier. Und ich spüre tief in mir: Genauso leben wir.“     Foto: Pixabay

Ich sehe eine Jagd, ein gehetztes Tier. Und ich spüre tief in mir: Genauso leben wir.“ Foto: Pixabay

Inhaltlich schließt der Song ein wenig an unser Stück „Geh leben“ an, nicht nur wegen des ähnlichen Titels. Es geht im weitesten Sinn um das Unbehagen gegenüber einigen Facetten der modernen Gesellschaft. Um Lebensentwürfe, die gnadenlos auf äußeren Erfolg getrimmt werden, und ihre Kehrseite: Selbstentfremdung und innere Verarmung. Um das irgendwie unheimliche Gleichgeschaltet-Sein in unserer schönen neuen Leistungs-, Casting- und Smartphone-Welt. Doch hört am besten selbst.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Jürgen Langer: Drums


Genauso leben wir (Text + Musik: Roland Grimm)

Ich seh Menschen bei der Arbeit
Ihre Blicke sind so leer
Jeder scheint ein Niemand
Und niemand Irgendwer

Ich sehe eine Jagd
Ein gehetztes Tier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

Ich seh Menschen auf der Straße
Ihre Blicke sind gesenkt
Alle starren nur auf Smartphones
Public Viewing – stark verengt

Ich sehe tote Masken
Ungehemmte Gier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

Warum regst du dich nicht auf?
Warum bist du bloß so cool?
Merkst du nicht: Coolheit ist ein Korsett
Warum regst du dich nicht auf?
Warum bist du bloß so cool?
Merkst du nicht: Coolheit ist ein Korsett

Ich seh Menschen in der Glotze
Casting-Shows und Kuppelei
Alle wollen immer gefallen
Wer nicht gefallen muss ist frei

Ich sehe eine Jagd
Ein gehetztes Tier
Und ich spüre tief in mir
Genauso leben wir

© 2018 Roland Grimm

 

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Geh leben

Das Stück „Geh leben“ habe ich im Mai 2017 geschrieben. Das gilt zumindest für die Musik und einen Teil des Textes. Einige Textpassagen sind allerdings viel älter, sie sind mir schon 2006 eingefallen. Damals hatte ich einen Song mit dem Titel „Nur leben“ geschrieben und zu Hause ganz allein mit Akustikgitarre aufgenommen. Das war mein allererster Songwriting-Versuch überhaupt.

„Wirf die Schaufel weg, geh leben. Du gräbst hier seit Jahren, nicht erst seit eben.“  Foto: Pixabay

„Wirf die Schaufel weg, geh leben. Du gräbst hier seit Jahren, nicht erst seit eben.“   Foto: Pixabay

Mit dem alten Stück von 2006 war ich aber nach einiger Zeit nicht mehr zufrieden. Für meinen heutigen Geschmack enthielt er eine Spur zu viel Seelen-Striptease, war etwas zu melodramatisch und bewegte sich zu sehr im Jammer-Modus.

Andererseits enthielt er einige gute Reime und schöne Metaphern, die mir bis heute gefallen. Diese Parts habe ich dann einfach letztes Jahr für „Geh leben“ übernommen und sie durch einige neue Textpassagen ergänzt – zum Beispiel die „Schaufel“-Zeilen. Zu hören gibt es hier eine Live-Aufnahme von „Geh leben“, die bei unserem Konzert in Gladbeck am 28. September 2017 entstanden ist.

 

An der Aufnahme waren beteiligt:
Thomas Auth: E-Gitarre
Roland Grimm: Gesang + E-Gitarre
Micha Grothues: Bass
Jürgen Langer: Drums


Geh leben  (Text + Musik: Roland Grimm)

Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

Du bist selten richtig down
Doch auch nicht gerad` euphorisch
Meistens geht`s dir so La La
Arbeit, Kino und Bla Bla
Dir fehlen die Extreme
Trocken Brot und Schokocreme
Dir geht`s eigentlich viel zu gut
Doch du spürst nichts – außer Wut

Und deshalb:
Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

Deine Arbeit frisst dich auf
Und hinterlässt nur Hunger
Denn jeder neue Job
Wird irgendwann zum Flop
Du erwartest keine Wende
Und suchst auch nicht das Ende
Bleibst einfach immer steh`n
Und fragst dich: Wohin geh`n?

Und deshalb:
Wirf die Schaufel weg
Geh leben
Du gräbst hier seit Jahren
Nicht erst seit eben
Und findest keine Sachen
Die Dich lebendig machen
Also stürz dich ins Gewühle
Such richtige Gefühle

© 2017 Roland Grimm

 

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